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BMW-Chef: EU-Strafzölle gegen chinesische Stromer sind eine Sackgasse

Produktion des 1er BMWs in Leipzig. Foto: BMW
Produktion des 1er BMWs in Leipzig. Foto: BMW

Zipse plädiert gegen global erstarkenden Neo-Protektionismus

München, 1. August 2024. Gegen Neo-Protektionismus und neue Wellen aus Sanktionen und Gegen-Sanktionen in der Weltwirtschaft hat sich BMW-Chef Oliver Zipse ausgesprochen. „Die Einführung von zusätzlichen Importzöllen, wie sie die EU vorläufig verhängt hat, führt in eine Sackgasse“, betonte er in einer Telefonkonferenz. „Solche Maßnahme stärken nicht die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller. Im Gegenteil.“

Ziel-Kollision: Wenn Europa die Elektroautos aus China künstlich verteuert, blockiert es die eigene „Verkehrswende“

Zipse hält die EU-Pläne, den europäischen Markt gegen Elektroautos aus Fernost abzuschotten, für ein klassisches Eigentor: Die EU-Zölle auf Stromer aus China würden vor allem auch europäische Hersteller wie BMW treffen, die unter anderem in China für den europäischen Markt produzieren. „Außerdem schränken zusätzliche Zölle das Angebot von E-Autos für europäische Kunden ein. Das kann dazu führen, dass sich die Dekarbonisierung im Verkehrssektor verlangsamt“, weist er auch auf die negativen Folgen für die gewünschte „Verkehrswende“ in Europa hin. „Maßnahmen provozieren immer Gegenmaßnahmen. Dabei hängt nicht zuletzt die Umsetzung des Green Deals in Europa auch an Rohstoffen und Technologie insbesondere aus China.“

Oliver Zipse wird neuer BMW-Chef. Foto: BMW
Oliver Zipse wird neuer BMW-Chef. Foto: BMW

Globales Rennen um Rohstoffe und strategische Technologien

Weltweit sei „ein globales Rennen um Rohstoffe und den Zugriff auf strategisch kritische Technologien wie Hochvoltspeicher, Halbleiter oder die Weiterentwicklung von KI-Anwendungen“ entbrannt, schätzt der BMW-Vorstandsvorsitzende ein. „Jede Region und einzelne Staaten versuchen, den eigenen Wirtschaftsraum zu schützen. Dazu gehört auch, die gesamte automobile Wertschöpfung einschließlich der Lieferketten vor Ort zu binden.“ BMW setze sich aber weiter für offene Märkte und gegen künstliche Barrieren wie Strafzölle ein.

Protektionismus zögert oft Innovationen und Preissenkungen hinaus

Abgesehen von diesen Argumenten Zipses führt Protektionismus in entwickelten Volkswirtschaften oft dazu, dass Innovationen, technischer Fortschritt und Kostensenkungen hinausgezögert werden. Denn Unternehmen, denen die Regierung den Wettbewerbsdruck nimmt, neigen zu Erstarrung und Preisdiktaten.

Autor: hw

Quelle: BMW

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger