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Ohne China keine deutschen Hightech-Produkte

Die Importe Seltener Erden sind zwar über längere Zeit betrachtet rückläufig, doch Deutschland bleibt dabei hochgradig auf China angewiesen. Grafik: Destatis
Die Importe Seltener Erden sind zwar über längere Zeit betrachtet rückläufig, doch Deutschland bleibt dabei hochgradig auf China angewiesen. Grafik: Destatis

Bundesrepublik ist auch bei „Seltenen Erden“ hochgradig auf China-Importe angewiesen

Wiesbaden, 25. Januar 2023. Wichtige Rohstoffe für Hochtechnologie-Produkte kann Deutschland nur aus dem Ausland beziehen – und ist dabei hochgradig abhängig von Importen aus China. So sind beispielsweise Scandium, Yttrium, Neodym und verwandte Metalle unerlässlich, um Laser, Lautsprecher, Speziallegierungen, Elektromotoren, Akkus und andere moderne Erzeugnisse herzustellen. Gerade diese „Seltenen Erden“ aber bezieht die Bundesrepublik zu zwei Dritteln aus China. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesstatistikamtes „Destatis“ in Wiesbaden hervor.

Scandium und Yttrium kommen fast ausschließlich aus Fernost

„Bei einigen der Seltenen Erden lag der Anteil der Importe aus Fernost noch deutlich höher“, informierten die Bundestatistiker. „So wurden die Metalle Scandium und Yttrium von Januar bis November 2022 zu 94,4 % aus China importiert. Verbindungen von Lanthan, Neodym, Praseodym und Samarium, die mengenmäßig einen großen Anteil an den importierten Seltenen Erden ausmachen, kamen zu 75,4 % aus China.“

Das neodymhaltige Recycling-Produkt unterm Mikroskop betrachtet. Abb.: Fraunhofer IFAM
Neodymhaltiges Recycling-Produkt unterm Mikroskop betrachtet. Abb.: Fraunhofer IFAM

Zwar haben sich die Importe an Seltenen Erden mengenmäßig seit 2016 nahezu halbiert – auf 5700 Tonnen im Jahr 2021. Dennoch könnte Deutschland im Falle eines ernsten Konfliktes mit China oder eine forcierten De-Globalisierung der Welt diese Einfuhren aus dem Reich der Mitte auf die Schnelle nicht ersetzen. Denn andere Quellen wie Österreich und Estland können der Bundesrepublik bei weitem nicht so viele Seltene Erden liefern wie China. In Schweden wurden zwar kürzlich große Vorkommen dieser Rohstoffe entdeckt. Doch bis dort eine regionale Förderindustrie aufgebaut und lieferfähig ist, dürften wohl noch Jahre vergehen.

Mehr Recycling könnte Abhängigkeit mindern

Ein Ausweg könnte eine stärkere Wiederverwertung von ausgemusterten Produkten mit Seltenen Erden sein. An solchen Recycling-Technologien arbeiten unter anderem Forscher im sächsischen Freiberg, Frankenberg und Dresden. Bisher sind diese Verfahren aber noch unausgereift und teuer.

Deutschland bezieht auch andere Rohstoffe, Halbzeuge und Komplettprodukte in hohem Maße aus China. Dazu gehören Lithium für Akkus, Bauxit für Alu-Produkte, zahlreiche Elektro- und Elektronikerzeugnisse, Solarmodule und vieles andere mehr. Zudem sind Fabriken in China wichtige Glieder in den Wertschöpfungsketten zahlreicher deutscher Industrieunternehmen.

Autor: hw

Quellen: Destatis, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger