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Sachsen kritisiert Förderstopp für schnelles Internet

Die Isolation im Corona-Ausnahmezustand hat die Menschen egoistischer gemacht, hat eine Studie des IWH und der Uni Magdeburg ergeben. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt
Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

IHK, Grüne und Wirtschaftsministerium: Zeitenwende und Ausbaubremse für Glasfasernetze passen nicht zusammen

Dresden, 20. Oktober 2022. Auf scharfe Kritik ist in Sachsen die Nachricht aus Berlin gestoßen, dass der Bund keinen Glasfaserausbau für Gegenden mit schwachen Internetleitungen mehr fördert. Der Tenor: Zeitenwende und Digitalisierungsbremse passen nicht zusammen.

Nachfolgeprogramm gefordert

Bundes-Digitalminister Volker Wissing (FDP) habe die Länder- und Kommunalvertreter vorgestern „völlig überraschend“ informiert, dass keine Anträge für die „Förderung zur Unterstützung des Gigabitausbaus der Telekommunikationsnetze in der Bundesrepublik Deutschland“ mehr möglich seien, monierte das SPD-geführte Wirtschaftsministerium in Dresden. Solche ein abruptes Förderende sei „unverständlich“ – gerade mitten in einer Transformation der gesamten deutschen Wirtschaft und Gesellschaft, erklärte die sächsische Digitalisierungs-Beauftragte, die Staatssekretärin Ines Fröhlich. „Zeitenwende braucht digitale Infrastruktur“, betonte sie und forderte ein Anschlussprogramm, das auch gleich den Ausbau der 5G-Netze berücksichtige.

Grüne: Brauchen Beschleunigung statt Vollbremsung

„Es darf jetzt keine Vollbremsung für den Ausbau der digitalen Infrastruktur geben, vielmehr braucht es eine Beschleunigung“, forderte der digitalpolitische Sprecher der Bündnisgrünen im sächsischen Landtag, Daniel Gerber. Auch wenn der einst mit drei Milliarden Euro gefüllte Fördertopf nun leer sei, müsse umgehend ein Folgeprogramm mit den Ländern und kommunalen Spitzenverbänden abgestimmt und zügig auf den Weg gebracht werden“.

Andreas Sperl. Foto: IHK Dresden
Andreas Sperl. Foto: IHK Dresden

Kammerpräsident: Transformation braucht Digitalisierung

Auch die Industrie- und Handelskammer Dresden prangerte den Förderstopp an. „Wir befinden uns mitten in diversen Transformationsprozessen, sei es im Bereich Mobilität, Digitalisierung, Energie und anderen“, betonte IHK-Präsident Andreas Sperl. Wir wollen in der Lausitz völlig neue, zukunftsfähige Strukturen schaffen, sprechen von Zeitenwende, und kappen die erforderlichen Mittel für den dringend notwendigen Ausbau der digitalen Infrastruktur. Das passt schlichtweg nicht zusammen.“

Autor: hw

Quellen: SMWA, Grüne Sachsen, IHK DD

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger