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Fraunhofer arbeitet in Wolfsburg an besseren Akku-Gehäusen

So sieht ein fertiger Akku für den Elektro-Smart aus. Foto: Heiko Weckbrodt
So zum Beispiel sieht ein herkömmlicher Akku für den Elektro-Smart aus. Foto: Heiko Weckbrodt

Metallschaum und andere Optimierungen sollen CO2-Bilanz der Energiespeicher verbessern

Chemnitz/Wolfsburg, 16. Oktober 2021. Um Elektroautos mehr Reichweite zu spendieren, setzen viele Ingenieure auf Karosserie-Leichtbau, neue Elektrolyte oder nanostrukturierte Elektroden in den Akkus. Einen anderen Pfad verfolgt da der Verbund „Coolbat“ unter der Federführung von Fraunhofer Sachsen: Die Projektpartner wollen den Aufprallschutz und die Kühlung von Akkus in besonders leichte Metallschaumgehäuse integrieren. Das hat das federführende Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) aus Chemnitz mitgeteilt.

Nicht nur für Autos nutzbar

„In aktuellen Batteriegehäusen steckt noch viel Optimierungspotenzial für funktionsintegrierten Leichtbau und Ressourceneffizienz“, ist Coolbat-Koordinator Rico Schmerler vom Fraunhofer-Projektzentrum Wolfsburg überzeugt. „Deshalb nutzen wir diese Baugruppe, um für Gehäuse der nächsten Generation CO2-einsparende Lösungen zu entwickeln und zu erproben. Wir haben aber nicht nur E-Autos im Blick. Unser Ziel ist es, die Forschungsergebnisse später auf weitere Anwendungen und Branchen zu übertragen, in denen große Batterien genutzt werden.“

Kühlkanäle direkt in den Akku-Trägern

Konkret wollen die beteiligten Teams beispielsweise Kühlkanäle in Akku-Tragstrukturen integrieren und die Bodenplatte aus Alu-Schaum herstellen, der bei Unfällen viel Aufprallenergie auffangen kann. Außerdem wollen sie sogenannte „Phasenwechselmaterialien“ (PCM) einsetzen, die Wärmeenergie für einen Phasenübergang – zum Beispiel von „fest“ zu „flüssig“ zwischenspeichern können, ohne dabei ihre Temperatur zu erhören. Dies könnte den Kühlaufwand für den Akku senken. Entwickeln wollen die Coolbat-Partner aber auch neue Wärmeleitwerkstoffe und Akku-Gehäusedeckel.

Metallschaum-Gehäuse können die Abwärme von Elektroauto-Akkus rasch ableiten. Grafik: Fraunhofer-IWU
Metallschaum-Gehäuse können die Abwärme von Elektroauto-Akkus rasch ableiten. Grafik: Fraunhofer-IWU

Das Projekt ist auf vier Jahre bis April 2024 angelegt und bekommt Förderzuschüsse vom Bundeswirtschaftsministerium. Beteiligt sind neben dem federführenden IWU aus Chemnitz auch die Fraunhofer-Institute Ifam, IST und WKI sowie die FES-Fahrzeug-Entwicklung Sachsen GmbH/Auto-Entwicklungsring Sachsen GmbH, Basdorf, Lampe und Partner GmbH (BLP), Compositence GmbH, INVENT GmbH, iPoint-systems GmbH, LXP Group GmbH, MID Solutions GmbH, Synthopol Chemie Koch GmbH, Tigres GmbH, Trimet Aluminium SE und die Daimler AG.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: Fraunhofer IWU

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger