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Mit Molekularkleber gegen Darmkrebs

Im Labor untersuchen Wissenschaftler die Wirksamkeit verschiedener Substanzen an 3D-Zellkulturen. Foto: André Wirsig für das  NCT/UCC
Im Labor untersuchen Wissenschaftler die Wirksamkeit verschiedener Substanzen an 3D-Zellkulturen, um zum Beispiel neue Wirkstoffe gegen Darmkrebs zu finden. Foto: André Wirsig für das NCT/UCC

Dresdner Forscher wollen mit neuem Wirkstoff den Tumor für die körpereigene Müllfabrik reif machen

Dresden, 22. Juli 2021. Mit molekularen Klebstoff wollen Wissenschaftler aus Dresden und Heidelberg künftig Darmkrebs bekämpfen. Der neue Wirkstoff sorgt anscheinend dafür, dass krebsfördernde Proteine in der körpereigenen Eiweiß-Müllentsorgung landen. Konkret wollen die Forscher damit den Proteinkomplex „Cyclin K/CDK12“ ausschalten, der für einige besonders aggressive Darmkrebsformen mitverantwortlich ist. Das geht aus einer Mitteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden und Uniklinik-Krebszentrums (NCT/UCC) hervor.

3D-Krebs-Modelle im Labor gezüchtet

Die Wissenschaftler hatten im Labor aus patienteneigenen Tumorzellen dreidimensionale Modelle gezüchtet, die den Aufbau und das Zusammenspiel unterschiedlicher Zellen in menschlichen Darmtumoren repräsentieren. An diesen Modellen testeten die Wissenschaftler die Wirksamkeit von 80.000 Substanzen. Dabei erwies sich ein noch nicht genau charakterisierter Molekularkleber als besonders wirkungsvoll, der den Abbau des Proteinkomplexes „Cyclin K/CDK12“ auslöste. Sind diese Proteine einmal ausgeschaltet, dann häufen die Erbgut-Reparaturmechanismen des Krebsgeschwürs immer mehr Fehler an, bis der Tumor abstirbt.Diese Erkenntnis sei „eine wichtige Grundlage, um künftig neue Medikamente für Patienten mit Darmkrebs zu entwickeln“, schätzte NCT-Direktor Prof. Hanno Glimm ein.

58.000 Darmkrebs-Diagnosen pro Jahr

Laut NCT bekommen über 58.000 Menschen in Deutschland jedes Jahr die Diagnose Darmkrebs. Diese Krebsart ist die bundesweit zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen und die dritthäufigste bei Männern. Gastroenterologen können heutzutage aber bei Darmspiegelungen Polypen und andere Krebsvorstufen gut erkennen und entfernen. Dadurch hat die Darmkrebsvorsorge bereits große Fortschritte gemacht.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: NCT

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger