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Ostdeutscher Maschinenbau hat mehr Ingenieure als der Westen

Die Datenbrille für den Industrieeinsatz. Foto: Westsächsische Hochschule Zwickau

Verband: Auch Anteil der Ingenieurinnen ist im Osten höher

Leipzig, 2. Dezember 2019. In den ostdeutschen Maschinenbau-Unternehmen gibt es anteilig mehr Ingenieure als im Westen. Und auch der Anteil der weiblichen Ingenieure ist höher. Das hat eine Mitgliederbefragung des „Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau“ (VDMA) ergeben.

Ingenieur-Anteil im Osten doppelt so hoch

Demnach hat jeder dritte Beschäftigte im ostdeutschen Maschinenbau eine Ingenieur-Qualifikation. In westdeutschen Betrieben liegt dieser Anteil nur halb so hoch, nämlich bei 17,1 Prozent.

Ein Grund: Kleinteiligkeit der ostdeutschen Wirtschaft

Den Grund für den hohen Ingenieuranteil sieht der VDMA Ost aus Leipzig in ungleichen Unternehmens-Landschaft. „In Ostdeutschland überwiegt die kleinteilige Wirtschaft“, argumentierte VDMA-Ost-Chef Reinhard Pätz. „Die Betriebe müssen jedoch genauso innovationsstark und wettbewerbsfähig sein wie große Mittelständler oder Konzerne. In den kleineren ostdeutschen Belegschaften ist daher der Anteil der Ingenieure höher, dafür werden die vielfältigsten Verwaltungsaufgaben bei wenigen Mitarbeitern gebündelt.“ Außerdem wirke der hohe technische Ausbildungsgrad der älteren Generationen aus DDR-Zeiten nach.

Ingenieurtraditionen im Osten

Ebenfalls eine lange Tradition hat der hohe Frauenanteil unter dem ostdeutschen Ingenieurpersonal. In der ehemaligen DDR hatten nämlich deutlich mehr Frauen eine technische Ausbildung durchlaufen und in diesen Berufen gearbeitet als im alten Bundesgebiet, betont Pätz. Deren Quote sei zwar zwischenzeitlich etwas gesunken, inzwischen begeistern sich aber wieder mehr ostdeutsche Frauen für eine Ingenieurlaufbahn. Mittlerweile sind 13 Prozent der Ingenieure im ostdeutschen Maschinenbau weiblich, bundesweit sind es nur 9,2 Prozent.

Künftig rechnet der Verband allerdings mit wachsenden Probleme für die Betriebe, genügend Ingenieure und Ingenieurinnen zu finden. 31 Prozent der ostdeutschen Maschinenbauer glauben, dass in den kommenden fünf Jahren der Bedarf an Ingenieuren steigen wird. Angesichts des besonders starken demografischen Wandels in Ostdeutschland dürfte es hier aber auch besonders schwierig werden, diese Nachfrage zu decken.

Autor: hw

Quelle: VDMA Ost

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger