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Pleitewelle in Sachsen gewinnt an Tempo

Der Wertverlust ist oft immens, wenn ein Industriebetrieb pleite geht: Was vorher ein produzierender Maschinenpark war, der Produkte herstellte, wird nach einer Pleite oft mit hohen Abschlägen einzeln verkauft. Visualisierung: KI Gemini, Promt: Heiko Weckbrodt
Der Wertverlust ist oft immens, wenn ein Industriebetrieb pleite geht: Was vorher ein produzierender Maschinenpark war, der Produkte herstellte, wird nach einer Pleite oft mit hohen Abschlägen einzeln verkauft. Visualisierung: KI Gemini, Promt: Heiko Weckbrodt

Vor allem Bausektor, Autowerkstätten und Industrie am Kippen

Kamenz, 25. März 2026. Die Pleitewelle in Sachsen gewinnt an Tempo: Die Zahl der Pleiteunternehmen ist im Jahr 2025 um ein Achtel auf 975 gestiegen. Das geht aus einer Analyse des Statistischen Landesamtes in Kamenz hervor.

12,5 % mehr Unternehmen insolvent, offene Forderungen haben sich verdoppelt

Demnach werden immer mehr Baufirmen und Autowerkstätten zahlungsunfähig. Die Einschläge mehren sich aber auch in der Industrie. Weil in diesen Fällen besonders hohe Werte im Spiel sind und de facto vernichtet werden, haben sich die offenen Forderungen aus diesen Insolvenzverfahren sogar mehr als verdoppelt: auf 2,76 Milliarden Euro.

Energiekosten und Bürokratielasten steigen, Innovationskraft vielerorts gesunken

Die Hintergründe des wirtschaftlichen Kahlschlags haben Unternehmer und Kammern bereits mehrfach benannt. Zu den hausgemachten, oft auch staatlich verursachten Faktoren gehören die ausufernde Bürokratie im EU-Raum, die hohen deutschen Energiekosten sowie wachsende Abgabenlasten und Personalkosten. Woran die Wirtschaft selbst auch schuld trägt: Sie hat an Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsgeist verloren, während die Chinesen und andere Konkurrenten in immer mehr Sektoren an den Deutschen vorbeiziehen. Hinzu kommen Donald Trumps Wirtschaftskriege gegen den Rest der Welt, der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die mutmaßlich durch ein ukrainisches Geheimkommando gesprengten Nordstream-Gasleitungen in der Ostsee.

US-Angriff auf den Iran, mehr statt weniger Bürokratie – kaum noch Aufschwunghoffung

Und eine Besserung ist kaum in Sicht: EU und Bundesregierung haben zwar wiederholt eine Entbürokratisierung versprochen. Tatsächlich rollen aber vor allem aus Brüssel mit Zeitverzug immer neue Verordnungen, Berichtspflichten und Auflagen weiter nach Deutschland und Sachsen. Auch hat die SPD mehrere Mindestlohn- und Bürgergeldsteigerungen durchgesetzt, die die Haushalte von Staat und Wirtschaft zusätzlich belasten. Als jüngster Dämpfer kam im März 2026 noch der israelisch-amerikanische Angriffskrieg gegen den Iran sowie die israelische Invasion im Libanon hinzu, die zu einem Flächenbrand im Nahen und Mittleren Osten sowie erheblichen Ölpreissteigerungen geführt haben. Als Kaskadeneffekt erwarten Experten auch noch höhere Strompreise in Deutschland.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Stat. LA Kamenz, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger