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„Eins“ Chemnitz bekommt 4 Millionen Euro für Groß-Wasserkocher

Die neue Elektrodenheizkesselanlage am Kraftwerk Nossener Brücke in Dresden- Foto. Drewag
Auch Sachsenenergie setzt „Wasserkocher“ ein – hier eine Elektrodenheizkesselanlage am Kraftwerk Nossener Brücke in Dresden. Foto: Drewag

Anlage soll Solar- und Windstromspitzen für Fernwärmenetz nutzen

Chemnitz, 28. Juni 2025. Der Freistaat Sachsen gibt „Eins Energie in Sachsen“ rund vier Millionen Euro EU-Subventionen, damit der regionale Energieversorger einen riesigen elektrischen Wasserkocher in Chemnitz bauen kann. Die Eins-Manager nennen das Gerät aber neudeutsch eine „Power-to-Heat“-Anlage und wollen damit Stromspitzen von Solar- und Windkraftanlagen in Form von heißem Wasser puffern. Außerdem dient der Groß-Wasserkocher als Reserve für den Fall, dass die regulären Wärmeerzeuger für das Chemnitzer Fernwärmenetz ausfallen. Die sächsische Infrastruktur-Ministerin Regina Kraushaar (CDU) übergibt den Förderbescheid am Vortag des Nationalfeiertages. Das geht aus einer Ankündigung ihres Ministeriums hervor.

Zuschuss stammt aus EU-Topf „JTF“

Das Geld stammt aus dem „Gerechten-Übergangs-Fonds“ (Just Transition Fund, kurz: JTF) der EU. Es soll in diesem Fall einem Unternehmen helfen, dessen Anlagenpark in besonderem Maße durch den politisch gewollten Braunkohle-Ausstieg entwertet und nutzlos gemacht worden ist: „Eins“ hatte früher ein mit einheimischer Rohbraunkohle befeuertes Heizkraftwerk betrieben. Das Unternehmen musste diese Wärmeerzeuger stilllegen und durch „Motorenheizkraftwerke“ ersetzen. Die zwölf Motoren darin lassen sich mit Erdgas, Synthese-Gas und bis zu 20 Prozent Wasserstoff im Gasgemisch antreiben. Sie erzeugen Wärme für das Fernwärmenetz sowie Strom für die Chemnitzer. Zusätzlich installierte „Eins“ bereits einen elektrischen 20-Megawatt-Wasserkocher. Diese Kapazitäten wollen die Chemnitzer nun ausbauen.

„Eins“ erzeugt jährlich etwa 37.200 Megawattstunden Strom aus erneuerbaren Energiequellen und beteiligt sich an mehreren Windparks. Außerdem betreibt das Unternehmen in Chemnitz ein Fernwärmenetz mit rund 300 Kilometern. Daran sind rund 70.000 Wohnungen angeschlossen.

Autor: hw

Quellen: SMIL, „Eins Energie in Sachsen“ (Eigenschreibweise: „eins energie in sachsen GmbH & Co. KG“, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger