Internet-Anlagebetrüger prellen Sachsen um über 217 Millionen Euro
LKA warnt vor grassierender Cybertrading-Masche
Dresden, 27. September 2025. Cyber-Anlagebetrüger haben mindestens 217 Millionen Euro Schäden in Sachsen zwischen 2018 und 2024 angerichtet. Das hat das Landeskriminalamt in Dresden mitgeteilt. „Seit geraumer Zeit werden der Polizei des Freistaates Sachsen immer wieder Betrugsfälle gemeldet, bei denen Bürgerinnen und Bürger durch sogenanntes ,Cybertrading’ hohe Geldsummen verlieren“, warnen die Ermittler. „Die Schadenssummen steigen beachtlich.“
Opfer in scheinbar exklusive Whatsapp-Gruppen gelockt
Die Vorgehensweise folge immer wieder ähnlichen Muster, heißt es aus dem LKA: Die Cybertrading-Gruppen werben in den sogenannten „sozialen Medien“ für „Aktienclubs“, die hohe Gewinne durch tagesaktuellen Aktien- oder Kryptowährungshandel versprechen. „Interessierte sollen sich bewerben, damit sie dann in die exklusiven Whatsapp-Gruppen aufgenommen werden. Es wird der Eindruck vermittelt, man wird persönlich ausgewählt und nicht jeder bekommt den Zugang zu diesem Kreis.“
Promi-Bilder suggerieren Seriosität
Mittlerweile seien auch Fälle bekannt geworden, „bei denen Werbeanzeigen mit Bildern von Prominenten – ohne deren Wissen – außerordentlich hohe Gewinne bei Investitionen in Kryptowährungen oder andere Finanzprodukte versprechen“, informieren die Polizisten. „Die Prominenten dienen als Lockvögel und sollen interessierten Menschen von der Echtheit der Anlagemöglichkeit überzeugen.“
Beispiel: Leipziger verlor peu à peu 600.000 Euro durch immer neue Zahlungen an Krypto-Betrüger
Dabei verlieren die Opfer oft hohe Summen. So hatte ein 56-jähriger Leipziger über 600.000 Euro bei einer Investition in Kryptogeld verloren. „Mit zu Beginn noch kleinen Beträgen wurde er in eine Investmentfalle gelockt“, erzählen die Ermittler. „Ihm wurden immer wieder hohe Gewinne versprochen, welche mit weiteren Einzahlungen gesteigert werden können. Als es zur Auszahlung der Gewinne kommen sollte, wurde der 56-Jährige zu Zahlungen vermeintlicher Steuern aufgefordert. Zu einer Auszahlung kam es nie. Neben eigenen finanziellen Rücklagen hat das Opfer sich Gelder bei Freunden und Familie geliehen sowie Kredite aufgenommen. Erst durch Kontosperrung der Hausbank wurde ihm die Situation bewusst.“
Tipps vom LKA
Wie man unseriöse Cybertrader erkennt:
- Vorsicht bei unaufgeforderten Kontakten über WhatsApp, Telegram, Telefon oder sozialen Netzwerken.
- Misstrauen bei Versprechen hoher Gewinne mit geringem Risiko – klassisches Warnsignal.
- Druck & Zeitzwang (»nur heute verfügbar«, »begrenzte Plätze«) sind typische Manipulationstaktiken.
- Professionell wirkende Plattformen können gefälscht sein – inklusive Logos, gefälschten Medienartikeln und Promi-Testimonials (KI-Deepfakes).
- Vorgetäuschte Gewinne, z.B. im Online-Depot oder App sind häufig nur Schein – Auszahlungen werden später blockiert.
- Vorsicht, wenn Gebühren oder Steuern verlangt werden, um angebliche Gewinne freizuschalten – hier soll bloß Geld vom Opfer erlangt werden.
- Anbieter ist nicht registriert: seriöse Finanzdienstleister sind bei der BaFin zugelassen – prüfen Sie die Datenbank.
- Seien Sie bei positiven Erfahrungsberichten vorsichtig – auch wenn Sie von bekannten Geldanlegern stammen. Solche Angaben können manipuliert oder gefälscht sein.
Autor: Oiger
Quelle: LKA Sachsen

Ihre Unterstützung für Oiger.de!
Ohne hinreichende Finanzierung ist unabhängiger Journalismus nach professionellen Maßstäben nicht dauerhaft möglich. Bitte unterstützen Sie daher unsere Arbeit! Wenn Sie helfen wollen, Oiger.de aufrecht zu erhalten, senden Sie Ihren Beitrag mit dem Betreff „freiwilliges Honorar“ via Paypal an:
Vielen Dank!

