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Internet-Anlagebetrüger prellen Sachsen um über 217 Millionen Euro

Statt mit "echtem" Geld sollen Leser und Zuschauer im Internet durch Rechenzeit, die in Krypto-Geld umgerubelt wird, die Blogger und Online-Journalisten bezahlen, schlägt Prof. Alex Biryukov von der Universität Luxemburg vor. Foto: Heiko Weckbrodt

LKA warnt vor grassierender Cybertrading-Masche

Dresden, 27. September 2025. Cyber-Anlagebetrüger haben mindestens 217 Millionen Euro Schäden in Sachsen zwischen 2018 und 2024 angerichtet. Das hat das Landeskriminalamt in Dresden mitgeteilt. „Seit geraumer Zeit werden der Polizei des Freistaates Sachsen immer wieder Betrugsfälle gemeldet, bei denen Bürgerinnen und Bürger durch sogenanntes ,Cybertrading’ hohe Geldsummen verlieren“, warnen die Ermittler. „Die Schadenssummen steigen beachtlich.“

Opfer in scheinbar exklusive Whatsapp-Gruppen gelockt

Die Vorgehensweise folge immer wieder ähnlichen Muster, heißt es aus dem LKA: Die Cybertrading-Gruppen werben in den sogenannten „sozialen Medien“ für „Aktienclubs“, die hohe Gewinne durch tagesaktuellen Aktien- oder Kryptowährungshandel versprechen. „Interessierte sollen sich bewerben, damit sie dann in die exklusiven Whatsapp-Gruppen aufgenommen werden. Es wird der Eindruck vermittelt, man wird persönlich ausgewählt und nicht jeder bekommt den Zugang zu diesem Kreis.“

Promi-Bilder suggerieren Seriosität

Mittlerweile seien auch Fälle bekannt geworden, „bei denen Werbeanzeigen mit Bildern von Prominenten – ohne deren Wissen – außerordentlich hohe Gewinne bei Investitionen in Kryptowährungen oder andere Finanzprodukte versprechen“, informieren die Polizisten. „Die Prominenten dienen als Lockvögel und sollen interessierten Menschen von der Echtheit der Anlagemöglichkeit überzeugen.“

Beispiel: Leipziger verlor peu à peu 600.000 Euro durch immer neue Zahlungen an Krypto-Betrüger

Dabei verlieren die Opfer oft hohe Summen. So hatte ein 56-jähriger Leipziger über 600.000 Euro bei einer Investition in Kryptogeld verloren. „Mit zu Beginn noch kleinen Beträgen wurde er in eine Investmentfalle gelockt“, erzählen die Ermittler. „Ihm wurden immer wieder hohe Gewinne versprochen, welche mit weiteren Einzahlungen gesteigert werden können. Als es zur Auszahlung der Gewinne kommen sollte, wurde der 56-Jährige zu Zahlungen vermeintlicher Steuern aufgefordert. Zu einer Auszahlung kam es nie. Neben eigenen finanziellen Rücklagen hat das Opfer sich Gelder bei Freunden und Familie geliehen sowie Kredite aufgenommen. Erst durch Kontosperrung der Hausbank wurde ihm die Situation bewusst.“

Tipps vom LKA

Wie man unseriöse Cybertrader erkennt:

  • Vorsicht bei unaufgeforderten Kontakten über WhatsApp, Telegram, Telefon oder sozialen Netzwerken.
  • Misstrauen bei Versprechen hoher Gewinne mit geringem Risiko – klassisches Warnsignal.
  • Druck & Zeitzwang (»nur heute verfügbar«, »begrenzte Plätze«) sind typische Manipulationstaktiken.
  • Professionell wirkende Plattformen können gefälscht sein – inklusive Logos, gefälschten Medienartikeln und Promi-Testimonials (KI-Deepfakes).
  • Vorgetäuschte Gewinne, z.B. im Online-Depot oder App sind häufig nur Schein – Auszahlungen werden später blockiert.
  • Vorsicht, wenn Gebühren oder Steuern verlangt werden, um angebliche Gewinne freizuschalten – hier soll bloß Geld vom Opfer erlangt werden.
  • Anbieter ist nicht registriert: seriöse Finanzdienstleister sind bei der BaFin zugelassen – prüfen Sie die Datenbank.
  • Seien Sie bei positiven Erfahrungsberichten vorsichtig – auch wenn Sie von bekannten Geldanlegern stammen. Solche Angaben können manipuliert oder gefälscht sein.

Autor: Oiger

Quelle: LKA Sachsen

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger