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Heine Resistors bleibt nun doch in Dresden

Industrie Zahnrad Konjunktur. Abb.: Heiko Weckbrodt
Abb.: Heiko Weckbrodt

Gewerkschafter: „Widerstand lohnt sich“

Dresden, 23. Juli 2024. Die Elektronikfirma „Heine Resistors“ an der Otto-Mohr-Straße in Dresden wird nun doch nicht nach Polen verlagert und geschlossen, sondern bleibt in wesentlichen Teilen bestehen. Das hat die Industriegewerkschaft (IG) Metall mitgeteilt. Von der Geschäftsführung des Unternehmens gab es bisher keine Informationen dazu.

„Zukunftswerkstatt“ von Belegschaft und Chefs

Laut der IG Metall Dresden haben sich Belegschaft, Betriebsrat, Geschäftsführung und Gewerkschafter nach Protesten in einer „Zukunftswerkstatt“ auf eine tragfähige Lösung geeinigt, wie der Standort in Sachsen erhalten bleiben kann. In einem Memorandum habe man festgehalten, dass die Produktion von Industriewiderständen in Dresden bleibt. Ein wichtiger Teil der Vorfertigung von Bauteilen der Industriewiderstände kommt demnach von Polen zurück nach Dresden. Im Gegenzug wird die Fertigung von Bahnwiderständen künftig in Polen erfolgen.

Hintergrund: Im Frühjahr 2025 wollte die Geschäftsführung der „Knorr Bremse“-Tochter die Widerstands-Produktion in Dresden aufgeben und nach Polen verlagern. Der Gegenwind aus Belegschaft und Gewerkschaft führte dazu, dass sich Chefs und Arbeiter zusammensetzten, um doch noch einen für beide Seiten akzeptablen Kompromiss zu finden.

„Mit der Zukunftswerkstatt haben wir einen Raum geschaffen, in dem Beschäftigte, Betriebsrat und Gewerkschaft gemeinsam mit der Geschäftsführung an tragfähigen Lösungen arbeiten konnten“, betonte Bevollmächtigter Stefan Ehly von der IG Metall Dresden und Riesa. Weil die Geschäftsführung dabei frühzeitig mitgemacht haben, habe man gemeinsam „auf Augenhöhe mit belastbaren wirtschaftlichen Daten arbeiten. „Die Beschäftigten brachten ihr Know-how, ihre Ideen und ihre Erfahrung ein – und entwickelten gemeinsam mit der IG Metall konkrete Vorschläge zur Zukunft des Standorts.“ Und Politsekretär Christian Göbel von der IG Metall ist überzeugt: „Ohne den Druck der gut organisierten Belegschaft hätten wir die Verlagerung nicht verhindern können. Und gemeinsam mit einer gesprächsbereiten Geschäftsführung haben wir viel erreicht.“

Die Perspektiven für den Standort Dresden sind nach Meinung der Gewerkschafter vielversprechend: „Der Markt für Industriewiderstände wächst – insbesondere durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Damit steigt auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Langfristig soll zudem die Forschung und Entwicklung – das Engineering – in Dresden ausgebaut werden.“ Ihr Fazit: „Widerstand lohnt sich“.

Autor: hw

Quellen: IG Metall, Oiger-Archivm Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger