Fraunhofer-Azom als Tech-Quelle für Westsachsen

Zehn Jahre Innovation aus Zwickau als Motor für die Region
Zwickau, 11. Juli 2025. In einer Region, die traditionell für ihre Automobilindustrie und den Maschinenbau bekannt ist, hat sich in den vergangenen zehn Jahren ein stiller, aber wichtiger Innovationsmotor etabliert: das „Fraunhofer-Anwendungszentrum für Optische Messtechnik“ in Zwickau. Das Azom versteht sich dabei auch als Technologiequelle für den regionalen Mittelstand. Zu den neueren Fokusthemen gehören fortschrittliche Geräte für die Qualitätskontrolle in Fabriken, Werkstätten und Laboren – beispielsweise Hypersektral-Sensoren, tomografische Analysegeräte für Industrie sowie Künstliche Intelligenz (KI) für die Datenauswertung.
Prof. Leyens: Azom zeigt, wie Technologietransfer in strukturschwachen Regionen gelingen kann
„Das Fraunhofer-Azom vereint wissenschaftliche Exzellenz mit industrieller Relevanz“, lobt IWS-Leiter Prof. Christoph Leyens vom Dresdner Mutterinstitut. „Genau diese Verbindung braucht es, um neue Ideen in marktfähige Lösungen zu überführen. Die Einrichtung ist ein Modell dafür, wie Technologietransfer in strukturschwachen Regionen gelingen kann.“
Eng mit Hochschule verbandelt
Hintergrund: Das Azom entstand 2015 als gemeinsame Gründung des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) aus Dresden und der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ). Das Zentrum versteht sich als Schnittstelle zwischen angewandter Forschung und industrieller Praxis in Westsachsen. „Seit der Gründung arbeiten wir eng mit der regionalen Industrie mit dem Ziel zusammen, optische Messsysteme direkt in Produktionsprozesse zu integrieren“, betont Azom-Chef Prof. Peter Hartmann. „Unsere Lösungen adressieren reale Herausforderungen der Unternehmen. Wir verbinden Methodenkompetenz mit Systemintegration: immer anwendungsbezogen, häufig interdisziplinär.“
Belegschaft hat sich seit der Gründung verzehnfacht
Was vor zehn Jahren mit einem vierköpfigen Gründerteam begann, ist heute ein prosperierendes Zentrum mit über 40 Beschäftigten und einem jährlichen Projektvolumen von mehr als drei Millionen Euro. Sie haben bisher in über 130 Projekten Technologien für die Fertigung, Qualitätssicherung und Prozessanalyse entwickelt. Viele dieser Projekte entstanden in enger Zusammenarbeit mit der WHZ und mittelständischen Unternehmen aus Westsachsen, was die starke regionale Verankerung des Zentrums unterstreicht.
Einzigartiges Modell: Verzahnung von Lehre, Forschung und Transfer
Dabei kooperiert das Atom eng mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Seit 2015 sind aus dieser Zusammenarbeit 79 Abschlussarbeiten und 40 Praktika hervorgegangen. Zwei Promotionen wurden erfolgreich abgeschlossen, drei weitere laufen. Viele Studenten sind nach ihrem Abschluss als fester Bestandteil des wissenschaftlichen Teams im Azom geblieben.
Hyperspektroskopie und optische Tomografie auf der Agenda
Neue Forschungsschwerpunkte stehen derweil auf der Agenda. Neben der etablierten Expertise in der optischen Oberflächenmesstechnik konzentriert sich das Zentrum auf innovative Felder wie den Nachweis gasförmiger Stoffe mittels moderner Spektroskopie, die Analyse großer Datenmengen mit KI-Algorithmen und die Anwendung der optischen Kohärenztomografie (OCT) in der Fertigung und biomedizinischen Diagnostik. Ein Beispiel für die internationale Vernetzung ist die Beteiligung am EU-Projekt „Hyperimage“, das neue Verfahren für die hyperspektrale Bildgebung in der Qualitätskontrolle entwickelt. Ein Anwendungsfeld: Die Hyperaugen sollen für die Qualitätskontrolle in Elektronikfabriken sorgen, senkrechte Pflanzfabriken überwachen, von Drohnen aus Bodenschätze suchen und Robotertaxis helfen, sich im Straßenverkehr rasch zurecht zu finden..

Auf jeden Fall wollen die Zwickauer Fraunhofer-Ingenieure ein wichtiger Impulsgeber für regionale Innovationen bleiben und den Beweis erbringen, dass Spitzenforschung auch abseits der Metropolen gedeihen kann.
Quellen: Fraunhofer IWS, Azom

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