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VW Zwickau baut millionsten Stromer

Der millionste Stromer aus Zwickau ist ein ID.3 GTX Performance. Hier im Bild ist er umringt von Mitarbeitern aus allen Gewerken, von Presswerk über Verwaltungsbereiche bis Montage. Foto: VW Sachsen
Der millionste Stromer aus Zwickau ist ein ID.3 GTX Performance. Hier im Bild ist er umringt von Mitarbeitern aus allen Gewerken, von Presswerk über Verwaltungsbereiche bis Montage. Foto: VW Sachsen

Bald kümmern sich die Autowerker um Abfall

Zwickau, 2. Mai 2025. Während das Volkswagen-Werk Zwickau vor der nächsten Transformation steht, haben die Arbeiter dort das millionsten Elektroauto produziert. Das hat VW mitgeteilt. Der „ID.3 GTX Performance“ werde in wenigen Wochen in der Manufaktur Dresden an einen Kunden ausgeliefert, betonte ein Standortsprecher: „Ein echter Sachse also!“

Standortleiter: Aktuell prüfen wir Optionen in der Kreislaufwirtschaft

„Trotz zahlreicher Herausforderungen in den letzten Jahren hat das Team stets geliefert“, betonte Danny Auerswald, Chef von VW Sachsen. Spätestens im kommenden Jahr muss er allerdings neue Geschäftsfelder und Kunden auftreiben, um die Fabriken in Zwickau noch auszulasten. Grund: Wegen der Krise im Konzern müssen die Sachsen im zweiten Halbjahr 2026 insgesamt vier der sechs Modelle aus ihren Produktionslinien nach Niedersachsen und andere Standort abgeben. Sie sollen dann neue Perspektiven in der Abfallwirtschaft beziehungsweise Wiederverwertung suchen, um Massenentlassungen zu vermeiden. „Wir müssen unseren Standort in den kommenden Monaten wettbewerbsfähig aufstellen, um künftige Investitionen in das Werk sicherzustellen“, betonte Auerswald. „Aktuell prüfen wir vielversprechende Optionen in zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern der Kreislaufwirtschaft.“

Maschinenstudent Julian Morich kommt mit seinem Trabant 500, BJ. 1962, zur Oldtimerausfahrt der TU Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
Zu DDR-Zeiten hatte das Werk in Zwickau millionenfach Trabis hergestellt. Foto: Heiko Weckbrodt

Werk stellte einst Hoch und Trabant her

Das Werk hat lange Traditionen, stellte ab 1904 Horch-Autos her, zu DDR-Zeiten dann millionenfach den „Trabant“. Nach der Wende übernahm VW den Standort, baute ihn um und aus. Seither verließen über sieben Millionen Fahrzeuge die Werkhallen in Zwickau. 2018/19 baute VW das Werk erneut um und stellte es vollständig auf die Elektroautoproduktion um. Seither stellte Zwickau zum Beispiel den ID3, den ID4, den ID5 sowie für Audi den Audi Q4 e-tron und Q4 Sportback e-tron, außerdem für Seat den Cupra Born her. Weil sich die Stromer aber auf dem freien Markt nur mit Subventionen einigermaßen verkauften, brachen für VW die E-Auto-Umsätze in Deutschland drastisch ein, nachdem der Bundesampel das Geld für die Kaufprämien ausging. Hinzu kamen die bekannten Absatzprobleme in China und weitere Krisenerscheinungen. Daraufhin startete der Konzern ein Spar- und Transformationsprogramm, in deren Zuge unter anderem VW Zwickau die ID- und Cupra-Produktion abgeben muss, die VW-Manufaktur Dresden soll die Autoproduktion ganz beenden.

Autor: hw

Quellen: VW, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger