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Wegen US-Handelskrieg: Sachsens Wirtschaft soll neue Märkte erschließen

Zwei Mitarbeiter begutachten eine Karosserie im Lichttunnel der Lackiererei im Porsche-Werk Leipzig. Foto: Porsche
Zwei Mitarbeiter begutachten eine Karosserie im Lichttunnel der Lackiererei im Porsche-Werk Leipzig. Foto: Porsche

Wirtschaftsminister und -förderer sehen mögliche Exportziele in Osteuropa, Indien, Japan und Arabien

Dresden, 11. April 2025. Die unberechenbare Wirtschaftskriegsführung von US-Präsident Donald Trump gegen den Rest der Welt wird auch die sächsische Industrie noch stark unter Druck setzen. Das haben der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) sowie Vertreter der „Außenwirtschaftsinitiative Sachsen“ (Awis) bei einem Spitzengespräch Außenwirtschaft im Heinz-Steyer-Stadion Dresden eingeschätzt.

Sachsens Autoindustrie dürfte von Zöllen stark betroffen werden

Die Gründe: Einerseits sind die USA nach China bisher Sachsens zweitwichtigster Außenhandelspartner. Andererseits bestehen große Teile der sächsischen Exporte in die Vereinigten Staaten aus Autos und Autoteilen – und die werden besonders stark von Trumps Abwehrzöllen betroffen sein. Zudem ist auch noch unklar, wie sich die Handelsbeziehungen weiterentwickeln, da viele deutsche Politiker die ökonomischen Bindungen an das Reich der Mitte lockern wollen. Daher schwören Sachsens Wirtschaftsminister und Wirtschaftsförderer die hiesige Industrie auf die Suche nach neuen Handelspartnern ein: „Die weltweite Unsicherheit in den Beziehungen zu den USA zwingt unsere sächsischen Unternehmen, ihre Handelsbeziehungen weiter zu diversifizieren und neue Märkte zu erschließen“, meint Panter.

„Dafür haben wir europäische Märkte im Fokus“

„Dafür haben wir europäische Märkte im Fokus, wie aktuell sächsische Delegationen in Polen und Spanien zeigen“, ergänzt Geschäftsführer Thomas Horn von der „Wirtschaftsförderung Sachsen“ (WFS). Um sich vom chinesischen Markt unabhängiger zu machen, sei es notwendig, neue Abnehmer und Zulieferer in Asien zu erschließen. Zu denken ist da beispielsweise an einen Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit Vietnam, aber auch mit anderen internationalen Wachstumsmärkten wie Indien, Japan, Mexiko und Saudi-Arabien.

Außenhandel funktionierte zuletzt besser als gedacht

Immerhin: Bisher funktionierte der Außenhandel für Sachsen besser, als es die angespannte Wirtschaftslage in Deutschland und die internationalen Friktionen vermuten lassen. So war 2024 das bisher zweiterfolgreichste Außenhandels-Jahr für den Freistaat: So exportierte im vergangenen Jahr Waren im Wert von 51,1 Milliarden Euro – das waren 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Importe nahmen um 3,7 Prozent auf 34,8 Milliarden Euro ab. Die Ein- und Ausfuhren konzentrierten sich laut Wirtschaftsministerium auf den Kraftfahrzeugbau, die Elektrotechnik und den Maschinenbau.

China ist Sachsens wichtigster Außenhandelspartner

China verteidigte seinen Spitzenplatz im Länder-Ranking sowohl der sächsischen Export- als auch der Importpartner. Die Nachbarländer Polen und Tschechien zählten 2024 weiter jeweils zu den Top-5-Märkten. Ausfuhren in die Europäische Union betrugen 23 Milliarden Euro – damit ist der EU-Binnenmarkt weiterhin Handelspartner Nummer 1 der sächsischen Unternehmen. Die USA waren 2024 erneut Sachsens zweitwichtigster Exportmarkt. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten stiegen 2024 um zehn Prozent auf fast 5,1 Milliarden Euro (Platz 2). Bei den Einfuhren belegten die USA den neunten Rang.

Autor: Oiger

Quelle: SMWA

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger