NewsWirtschaftzAufi

Reifenwerk Heidenau: Grüne Simson-Reifen und Oldtimer-Untersätze

Produktionsleiter Markus Olejnick vom Reifenwerk Heidenau zeigte auf der Karrierstart-Messe 2025 auch diese grünbereifte Renn-S51 von Simson. Foto: Heiko Weckbrodt
Produktionsleiter Markus Olejnick vom Reifenwerk Heidenau zeigte auf der Karrierstart-Messe 2025 auch diese grünbereifte Renn-S51 von Simson. Foto: Heiko Weckbrodt

Ehemaliger Staatsbetrieb hat sich in der Nische etabliert

Heidenau, 27. Januar 2025. Quietschgrüne Reifen an Mopeds und andere Aufmotz-Details für Zweiräder ziehen die Blicke und Handykameras auf sich. Hergestellt werden sie in einer Fabrik, die früher die DDR-Fahrzeugflotten bereifte: im Reifenwerk Heidenau. Vom Massenmarkt hat sich der einstige Kombinatsbetrieb längst gelöst. Heute entwickeln und fertigen die rund 200 Reifenwerker in Heidenau vor allem Diagonal-Reifen für Liebhaber-Nischen und Zweiräder.

Reifen aus Heidenau in 60 Ländern im Einsatz

„Unsere Reifen sind weltweit gefragt und in über 60 Ländern im Einsatz“, erzählt Produktionsleiter Markus Olejnick. „Da sind Sonderanfertigungen für die Simson-Rennserie dabei, aber auch Reifen für Roller bis hin zu Oldtimern wie Wartburg oder Käfer.“ So gehört das Werk zu den wenigen Anbietern von Moped-Winterrädern. Dazu kommen Luftreifen für E-Karren, Stapler, Rasentraktoren, Heuwender und andere landwirtschaftliche Geräte.

Made in Germany und Simson-Hype ziehen

Die Geschäfte laufen gut, durch die Zugkraft von „Made in Germany“, aber auch durch den Simson-Hype in der Fangemeinde, bestätigt Olejnick. So sind Simson-Mopeds bis heute wegen ihrer robusten Bauweise vor allem in Deutschland beliebt, aber es gibt sogar auch Liebhaber der DDR-Moped-Klassiker in den USA.

Angesichts der unternehmerischen Entwicklung suchen die Reifenwerker neue Kollegen und Azubis, darunter Entwicklungsingenieure und Elektriker sowie angehende Kunststofftechniker, Maschinenführer, Mechaniker und Kaufleute.

Heidenauer Gummiwerke gehörten zum Pneumant-Kombinat

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in die Nachkriegszeit zurück: 1946 als VEB Heidenauer Gummiwerke gegründet, gehörte der Betrieb ab 1969 zum „Pneumant“-Kombinat. Zeitweise beschäftigte der schon damals auf Zweiräder-Reifen spezialisierte VEB bis zu 780 Menschen. Nach der Wende musste sich der ehemalige Staatsbetrieb neu positionieren. 1994 übernahm Gummi-Hansen das Heidenauer Reifenwerk, modernisierte und erweiterte den Anlagenpark und das Produkt-Portefeuille.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Auskünfte Reifenwerk-Produktionsleiter, Wikipedia, heidenau.com

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger