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Sachsens IHKs fordern neue Wirtschaftsagenda 2030 von nächster Bundesregierung

Um Strom über große Entfernungen zu transportieren, wird Wechselstrom auf hohe Spannungen transformiert und dann in der Nähe der Verbraucher wieder umgespannt - wie hier im Umspannwerk im Technopark Dresden-Nord. Da manche Anlagen, Geräte und Leuchten aber Gleichstrom brauchen, sind oft vor Ort noch weitere Transformationen durch Gleich- und Wechselrichter nötig. In DC-Fabriken sollen viele dieser Umwandlungen wegfallen. Foto: Heiko Weckbrodt
Sachsens Wirtschaft fordert unter anderem niedrigere Energiepreise und Investitionen in Infrastrukturen. Foto: Heiko Weckbrodt

Energiepreise, Deregulierung und staatliche Investitionen ganz oben auf der Agenda

Dresden, 14. Januar 2024. „Entschlossene Reformen“ haben die sächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) von der nächsten Bundesregierung angemahnt. „Deutschland steht an einem wirtschaftlichen Wendepunkt“, betonte Präsident Max Jankowsky von der IHK Chemnitz. Herausforderungen wie „mangelndes Produktivitätswachstum, die Alterung der Bevölkerung und zaghafte Digitalisierung“ erfordern der Sicht der Kammern ein ambitioniertes wirtschafspolitisches Programm, um die deutsche Wirtschaft bis 2030 wieder in Schwung zu bringen.

Deutschland wieder „kranker Mann Europas“

„Die letzten Jahre sind inzwischen von einer dauerhaften Konjunkturschwäche mit rezessiven Tendenzen gekennzeichnet“, warnen die IHKs. „Deutschland schafft es nicht aus der Wachstumsschwäche heraus, vertagt den Aufschwung Quartal für Quartal und wird in Anlehnung an die schwierigen Jahre zu Beginn des Jahrtausends im Ausland wieder als ,kranker Mann Europas’ bezeichnet.“ Daher müsse die nächste Bundesregierung einerseits „kurzfristig klare Wachstumsimpulse“ aussenden, anderseits auch eine „grundlegenden Neuausrichtung der politischen Parameter“ vornehmen.

10-Punkte-Forderungskatalog verabschiedet

So fordern die Wirtschaftsvertreter in einem 10-Punkte-Katalog unter anderem Bürokratieabbau, ein De-Regulierung, eine Deckelung der Netzentgelte, eine geringere Stromsteuer sowie weitere Steuersenkungen, massive öffentliche Investitionen in Telekommunikations- und Wasserstoffnetze sowie andere Infrastrukturen. Außerdem sei „der Mittelstand auf staatliche Unterstützung angewiesen, um die Transformation in eine digitale, automatisierte und klimabewusste Wirtschaft zu meistern“, unterstrich der Dresdner IHK-Präsident Andreas Sperl.

Um dem Fachkräfte-Mangel zu begegnen, seien außerdem „flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine stärkere Förderung der Zuwanderung in den Arbeitsmarkt“ sowie Reformen im Bildungssystem nötig. Insbesondere gelte es, die naturwissenschaftlich-technischen Fächer zu stärken und Ausbildungsinhalte zu modernisieren. Außerdem wollen die Unternehmer mehr Einsatz des Bundes für den internationalen Freihandel. Strategisch unterstützen müsse die Regierung außerdem den Zugang zu kritischen Rohstoffen und den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft.

Quelle: IHK DD

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger