Wilde Schimpansen entwickeln Malaria-Abwehr ähnlich wie Menschen

Senckenberg Görlitz an internationaler Studie beteiligt
Görlitz/London, 10. Januar 2024. Schimpansen haben sich auf genetisch ähnliche Weise wie Menschen an Malaria angepasst, um nicht daran zu erkranken. Das hat eine Erbgut-Analyse von 388 Schimpansen von 30 verschiedenen wilden Schimpansen-Populationen ergeben.
Resistenz-Gen für Sichelzellenanämie verantwortlich
„Wir haben Hinweise auf genetische Anpassungen in Genen gefunden, die mit bestimmten Krankheitserregern in Verbindung stehen“, informiert Prof. Dr. Hjalmar Kühl vom Senckenberg-Museum für Naturkunde in Görlitz, der an der internationalen Studie beteiligt war. „Die stärksten Hinweise haben wir in Genen, die mit Malaria in Verbindung stehen entdeckt. Dazu gehören zwei Gene, die auch beim Menschen für Anpassung und Resistenz gegen Malaria bekannt sind: GYPA und HBB – letzteres ist für die Sichelzellenanämie beim Menschen verantwortlich.“
Nur begrenzte Wege zu Resistenzen gegen Malaria
Diese wiederum könnte ein Indiz dafür sein, dass auch die Menschen kaum noch neue genetische Pfade haben, um gegen Malaria immun zu werden: „Es ist aus evolutionärer Sicht bemerkenswert, dass wir Hinweise auf eine Malaria-Anpassung bei Schimpansen gefunden haben, die mit denselben Genen verbunden ist, die auch die Malariaresistenz beim Menschen beeinflussen“, meint Studien-Erstautor Dr. Harrison Ostridge vom Genetik-Institut des „University College London“. „Dies deutet darauf hin, dass es möglicherweise nur begrenzte Wege gibt, wie wir Resistenzen gegen den Malariaparasiten entwickeln können.“
Allerdings könnte die Untersuchung durchaus neue Wege für die Behandlung menschlicher Patienten aufweisen, meint Ostridge: „Die enge genetische Verwandtschaft zwischen den großen Menschenaffen hat dazu geführt, dass Krankheiten von Affen auf Menschen überspringen bzw. unabhängig bei beiden auftreten können, wie beispielsweise HIV/AIDS und Malaria. Das Studium wilder Schimpansen ist daher äußerst nützlich, um diese und andere Infektionskrankheiten beim Menschen zu verstehen und möglicherweise neue Behandlungen oder Impfstoffe zu entwickeln.“
Quelle: Senckenberg Görlitz
Wissenschaftliche Publikation:
„Local genetic adaptation to habitat in wild chimpanzees“ von Harrison J. Ostridge u.a., in: „Science387, eadn7954 (2025), Fundstelle im Netz: https://www.science.org/doi/10.1126/science.adn7954

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