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Verkabelungs-Plan fürs Gehirn gefunden

Dr. Philipp Abe. Foto: Uni Genf via TUD
Dr. Philipp Abe. Foto: Uni Genf via TUD

Forscher von TU Dresden und Uni Genf hoffen nun auf neue Therapien für Gelähmte

Dresden, 30. Dezember 2024. Forscher aus Sachsen und der Schweiz haben die globalen „Verkabelungs-Pläne“ für das menschliche Gehirn gefunden. Dr. Philipp Abe von der TU Dresden und Prof. Denis Jabaudon von der Uni Genf hoffen, damit neue Türen für künftige Therapien bei Querschnittslähmungen und nervliche Erbkrankheiten aufzustoßen.

Innovative Behandlungen für ALS und Rückenmark-Verletzungen denkbar

„Diese neuen Erkenntnisse eröffnen Perspektiven für die Erforschung neurologischer Erkrankungen, bei denen die Entwicklung neuronaler Verbindungen gestört ist“, heißt es von der Technischen Universität Dresden. „Langfristig könnten diese Einsichten zudem dazu beitragen, innovative Therapieansätze bei neurodegenerativen Erkrankungen wie amyotropher Lateralsklerose (ALS) oder hereditärer spastischer Paraplegie (HSP) zu entwickeln.“

Für „lange Kabel“ zwischen Großhirn und Motorik- und Sensorsteuerung zuständig

Bei den erwähnten Nervenbahn-Plänen handelt es sich um Gene, die den Auf- und Abbau sogenannter „extra-telencephalone“ Neuronen steuern. Diese ET-Nervenzellen lassen während der Entwicklung eines Lebewesens lange „Verbindungskabel“ zwischen dem Großhirn („Telencephalon“) und den dezentralen Steuereinheiten wachsen, die fürs Sehen, Hören, Laufen und andere wichtige Funktionen zuständig sind: zwischen dem motorischen Kortex und dem Rückenmark zum Beispiel oder zwischen dem visuellen Kortex und dem Thalamus, der wiederum entscheidet, welche Eindrücke aus der Umwelt – sehen, hören, Körperempfindungen – zur Bewusstwerdung an das Großhirn weitergibt.

Und diese Verkabelung lässt sich offensichtlich beeinflussen: Indem sie die Steuer-Gene ein- oder ausschalteten, konnten die Forscher die Verbindungsmuster der ET-Neuronen verändern. Dieser Ansatz könnte womöglich zu neuen Behandlungsmöglichkeiten führen, um beschädigte Verbindungen im oder vom Gehirn zu reparieren, wie zum Beispiel bei Rückenmarksverletzungen.

Quellen: TUD, Nature, Wikipedia, MSDManuals

Wissenschaftliche Publikation:

„Molecular programs guiding arealization of descending cortical pathways“ von Philipp Abe, A. Lavalley, I. Morassut, Denis Jabaudon u. a., in: „Nature“ 9/2024, Fundstelle im Netz: https://doi.org/10.1038/s41586-024-07895-y

 

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger