Warnstreiks bei VW in Sachsen

Gewerkschafter wollen Lohnsteigerungen, Autokonzern befindet sich indes in der Krise
Chemnitz/Zwickau/Dresden, 2. Dezember 2024. Im Konflikt um Lohnsteigerungen oder -einbußen, womöglich gar Jobverluste bei VW hat die IG Metall nun auch Warnstreiks in Sachsen angekündigt. So wollen heute Autowerker in Chemnitz, Dresden und Zwickau streiken.
IG Metall: Kollegen wollen nicht Preis für das Vorstands-Versagen zahlen
„Am Verhandlungstisch war Volkswagen nicht zu einer tragfähigen Lösung des Tarifkonflikts bereit“, begründet dies IG-Metall-Bezirksleiter Dirk Schulze. „Daher müssen Warnstreiks den Druck auf das Management erhöhen. Damit machen die Kolleginnen und Kollegen deutlich: Sie werden nicht akzeptieren, dass sie den Preis für das Vorstands-Versagen zahlen sollen.“
Hintergrund: Die Gewerkschafter wollen bei Volkswagen einen Haustarifvertrag mit Lohnsteigerungen durchsetzen, die sich am jüngsten Flächentarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie orientiert. Allerdings befindet sich der Konzern in einer schweren Krise. Daher möchte das Management lieber Lohnkürzungen als -steigerungen durchsetzen, liebäugelt gar mit Werkschließungen, um Volkswagen wieder auf Kurs zu bringen.
Krise hat viele Gründe
Die Krise bei VW hat mehrere Gründe: Das Unternehmen hatte sich stark auf den Regierungskurs hin zur Elektroauto-Produktion fokussiert und Milliarden zum Beispiel im Zwickauer Werk für die Umrüstung auf Stromer investiert. Dann ging der Bundesampel das Geld aus, sie strich die Stromer-Kaufprämie und dannach brach in Deutschland die ohnehin schwache Elektroauto-Nachfrage ganz zusammen. Außerdem zeigte sich VW außerstande, ein billiges Elektroauto unter 20.000 Euro zu bauen und der erstarkten chinesischen Konkurrenz genug entgegen zu setzen. Dies schwächt die Marktposition des einstigen Primus sowohl auf dem chinesischen wie auch auf den europäischen Märkten. Zudem sind viele Branchenbeobachter schon seit Jahren überzeugt, dass Volkswagen zu hohe Lohn- und Sozialausgaben – und damit ein immanentes Kostenproblem – hat.
Autor: hw
Quellen: IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Oiger-Archiv

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