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SBO darf Hafen Riesa ausbauen

Die "Sächsischen Binnenhäfen" haben grünes Licht für den Hafenausbau in Riesa bekommen - unter Auflagen. Foto: SBO
Die „Sächsischen Binnenhäfen“ haben grünes Licht für den Hafenausbau in Riesa bekommen – unter Auflagen. Foto: SBO

Neues Terminal soll bis zu 100.000 Container zwischen Schiff, Lkw und Zug umschlagen

Riesa, 23. Oktober 2024. Angesichts der wachsenden Nachfrage für hybride Gütertransporte per Wasserweg, Schiene und Straße darf die „Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH“ (SBO) ihren Hafen in Riesa deutlich ausbauen. Ein entsprechenden Planfeststellungsbeschluss hat die Landesdirektion Sachsen (Ladis) laut eigenen Angaben nun erlassen.

Weiter steigende Nachfrage für kombinierten Güterverkehr erwartet

„Der Hafen in Riesa ist durch seine zentrale Lage und gute Anbindung ein wichtiges sächsisches Drehkreuz für Binnenschiff, Eisenbahn und Lkw“, schätzt die Ladis ein. „Angesichts des prognostizierten Anstiegs des kombinierten Verkehrs (KV) sollen die bestehenden Umschlageinrichtungen an aktuelle und zukünftige Anforderungen angepasst werden. Auch der Ausbau der Umschlagskapazität ist notwendig, da das bestehende Containerterminal auf der Hafennordseite seine derzeitige Auslastungsgrenze erreicht hat.“

Konkret wollen die SBO auf der Fläche des „Alten Hafens“ in Riesa ein neues Terminal bauen, das pro Jahr rund 100.000 Container zwischen Elbschiffen, Lastern und Zügen umschlagen kann. Geplant sind sechs Ladegleise die Eisenbahn, Straßenanbindungen für Lkws sowie Containerumschlag- und Zwischenabstellbereiche. „Zudem werden zwei Containervollportalkräne die neuen Ladegleise und Umschlagflächen für Lkw sowie die bereits an der Südseite des Hafenbeckens vorhandenen Schiffsanlegestellen überspannen“, referiert die Ladis aus den SBO-Vorhaben.

Nachbetrieb nur eingeschränkt erlaubt

„Die SBO nimmt die Mitteilung der LDS zum Erlass des Planfeststellungsbeschlusses für den geplanten Neubau des KV-Terminals im Hafen Riesa positiv zur Kenntnis“, kommentierte SBO-Sprcherin Mandy Hofmann. Die angekündigte Einschränkung des Nachtbetriebes sei für das Unternehmen allerdings „eine einschneidende Auflage“. So hat die Ladis festgelegt, dass die Betreiber „zum Schutz der Anwohner vor Lärm“ nur einen der geplanten zwei Portalkrne zwischen 22 und 6 Uhr benutzen dürfen. Auch der Lkw-Verkehr werde nachts stark eingeschränkt und über eine separate Ausfahrt in der Nähe der Hafenbrücke zur B 182 (Lauchhammerstraße) geleitet, um die Nachtruhe der Anwohner nicht zu stören.

SBO müssen 8 Meter hohe Lärmschutzwand bauen

Zudem müssen die SBO etwa 125 Meter lange und acht Meter hohe Lärmschutzwand bauen. Die Auswirkungen dieser Auflagen müsse man nun prüfen, so Hofmann. „Die SBO geht jedoch davon aus, dass die LDS die Interessen der SBO und der Einwender sorgfältig geprüft und gegeneinander abgewogen hat.“

Binnenhäfen-Experten müssen nach 10 Jahren Verfahrensdauer die Kosten nun neu durchrechnen

In der Vergangenheit hatte das Verkehrsunternehmen das Investitionsvolumen für den Terminal-Neubau auf 24 bis 30 Millionen Euro angesetzt. Wieviel der Ausbau nun tatsächlich kostet, wollen die SBO-Fachleute nach dem langwierigen Planfeststellungsverfahren nun noch mal genauer durchrechnen. Davon hänge dann auch der genaue Zeitplan für die investition ab, betonte die SBO-Sprecherin. Bei einer Verfahrensdauer von fast 10 Jahren mit diesem Umfang wird das jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen.“

Zuletzt hatte die SBO auch bereits einen zweiten „Trailerport“ im Alberthafen Dresden gebaut, weil eben der Bedarf an schnellen Umladestationen zwischen Bahn und Laster – teils auch per Schiff – steigt.

Autor: hw

Quellen: LD Sachsen, SBO, BUND, Schiffahrts-Verlag Hansa

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger