Cyberagentur will alle Spuren in einem Fall digital zusammenführen
Auftakt für Projekt „Forensische Digitalisate“
Halle, 31. Juli 2024. Um Kriminalisten die Ermittlungen in einer digital durchwachsenen Welt zu erleichtern, will die Cyberagentur gemeinsam mit Partnern ein einheitliches forensisches Datenformat entwickeln. Das soll DNS-Analysen vom Tatort, Fingerabdrücke, Fußspuren, Videoschnipsel, Gutachten, Zeugenberichte sowie andere Beweisstücke und Spuren in einem Datensatz zusammenführen – und der Polizei neue Ermittlungsansätze liefern. Das hat die Bundes-Agentur für Innovation in der Cybersicherheit in Halle mitgeteilt.
Algorithmen sollen Gang eines Täters aus Datenschnipseln erkennen
Aktuell sei die forensische Arbeit „stark durch heterogene Datenformate eingeschränkt, was die Vergleichbarkeit und Analyse von Daten erheblich erschwert“, schätzt die Cyberagentur ein. Das neue Forensik-Datenformat soll dies ändern. „Dabei sollen innovative Algorithmen entwickelt werden, die aus kombinierten Datenquellen, etwa einer Videoaufnahme und einem Fußabdruck, zusätzliche biometrische Informationen extrahieren können“, informiert Forschungsreferent Til Weißflog. Im konkreten Beispiel könnten Video und Fußabdruck womöglich automatisch kombiniert werden, „um daraus das Gangbild inklusive biometrischer Merkmale zu berechnen“.
Agentur: Neues Forensik-Format ist „große wissenschaftliche Herausforderung“
All dies zusammenzuführen, mag sich heutzutage womöglich trivial anhören. Doch in der Praxis sind viele technische und rechtliche Probleme zu lösen. „Die Entwicklung eines solch generischen Datenformats stellt eine große wissenschaftliche Herausforderung dar, da die hohe Heterogenität forensischer Daten und Spuren berücksichtigt werden muss“, heißt es von der Agentur.
Um Partner für das Projekt „Forensische Digitalisate“ zu begeistern, lädt die Cyberagentur am 2. September 2024 ab 14 Uhr interessierte Institute, Firmen und Organisationen zu einer Vorstellungsrunde ein. Eine Anmeldung ist hier im Netz möglich.
Autor: hw
Quellen: Cyberagentur, Wikipedia

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