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IAB-Studie: Längere Elternzeit auf lange Zeit kein Problem für Betriebe

Neugeborene Babys mit Komplikationen brauchen ganz unterschiedliche Hilfen - ein halbes Prozent muss wiederbelebt werden. Foto: Stephan Wiegand für die Hochschulmedizin Dresden
Foto: Stephan Wiegand für die Hochschulmedizin Dresden

Nürnberg, 21. Juli 2024. Wenn Mütter – oder Väter – längere Zeit daheim bleiben, hat das langfristig nicht nachtteilig auf ihre Betriebe aus. Das hat das Arbeitsagentur-nahe „Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (IAB) aus Nürnberg in einer Studie eingeschätzt.

Kurzfristig entstanden Lücken, langfristig hielten sich Effekte aber in Grenzen

„Mit der Ablösung des Erziehungsgeldes durch das Elterngeld verlängerten sich zunächst die Abwesenheiten von Müttern nach der Geburt des Kindes. In den betroffenen Betrieben entstanden dadurch größere Beschäftigungslücken, die sie nur teilweise ausgeglichen haben“, räumen die Studienautoren ein. „Auf längere Sicht sind jedoch keine nachteiligen Folgen auf die Beschäftigung, die Lohnsumme oder gar den Fortbestand der betroffenen Betriebe festzustellen.“

Während unter den Regelungen des Erziehungsgeldes etwa 40 Prozent der Mütter innerhalb von 12 Monaten nach der Geburt in den Betrieb zurückkehrten, waren es unter den Regelungen des Elterngeldes nur 20 Prozent. In diesem Zeitraum ging infolge der längeren Abwesenheit der Mütter die Gesamtanzahl der Beschäftigten im Betrieb um drei Prozent zurück. Kurzfristige Beschäftigungslücken blieben aber ohne negative langfristige Konsequenzen wie dauerhaft niedrigere Beschäftigung oder häufigere Betriebsschließungen. „Überproportionale Belastungen für Betriebe durch längere Elternzeiten scheinen somit kein stichhaltiges Argument gegen diese wichtige familienpolitische Maßnahme zu sein“, erklärt IAB-Forscher Michael Oberfichtner.

Quelle: IAB

Wissenschaftliche Publikation:

„Längere Elternzeiten haben langfristig keine negativen Auswirkungen auf die Betriebe“ von Huebener, Mathias; Jessen, Jonas; Kühnle, Daniel und Oberfichtner, Michael, in: IAB-Forum 18. Juli 2024, https://www.iab-forum.de/laengere-elternzeiten-haben-langfristig-keine-negativen-auswirkungen-auf-die-betriebe/

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger