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Nanozylinder-Wände als Datenspeicher

Die Helmholtz-Forscher speichern Informationen durch die tiefenabhängige Orientierung der Magnetisierung in den Domänenwänden, die sich zwischen Zylinderdomänen und Umgebung befinden, Visualisierung: B. Schröder für das HZDR
Die Helmholtz-Forscher speichern Informationen durch die tiefenabhängige Orientierung der Magnetisierung in den Domänenwänden, die sich zwischen Zylinderdomänen und Umgebung befinden, Visualisierung: B. Schröder für das HZDR

Helmholtz Dresden will mit „Bubble Domains“ höhere Speicherdichten als

Dresden, 16. Juli 2024. Um mehr Filme, Texte, Bilder und andere Daten auf den Festplatten der Zukunft zu speichern, experimentieren Helmholtz-Forscher aus Sachsen mit Nanozylinder-Wänden. Die können sich – anders als eine klassischer Speicherzelle – nicht nur die Alternativen „0“ oder „1“ beziehungsweise „Ja“ oder „Nein“ merken, sondern ganze Datenschlangen.

Auch für Neuro-Computer gedacht

Bis zu verkaufsfähigen Computerspeichern ist es zwar noch ein langer Weg. Doch das Team um Prof. Olav Hellwig vom „Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf“ nach ihren Versuchen optimistisch, auf dem richtigen Weg hin zu Super-Speichern, neuartigen Sensoren und gehirnähnlichen Neuro-Computern zu sein.

Ganze Daten-Sequenzen statt nur einzelne Bits in der Wand abgelegt

Für ihre Experimental-Speicher haben die Forscher zunächst ein sogenannte „Metamaterial“ aus einer Abfolger dünner Schichten aus Cobalt, Ruthenium und Platin gestapelt. Dabei entstand ein „synthetischer Antiferromagnet“. Mit diesem magnetisch neutralem Isolierschutz haben sie die Wände winziger Zylinder in einem magnetischen Material ausgekleidet. Diese rund 100 Nanometer kleinen Strukturen werden auch Zylinderdomänen oder „bubble domains“ genannt. Dabei sind Zylinder und der Umgebungsstoff entgegengesetzt gepolt. In diese „Domänen“-Wände hinein konnten die Wissenschaftler dann in unterschiedlicher Wandtiefe gleich mehrere Informationen abspeichern, also mehrere „Bits“.

Speichern in die 3. Dimension

Insofern setzen die Helmholtz-Forscher hier auf 3D-Speicherung: „Bei aktuellen Festplatten mit Spurbreiten von 30 bis 40 Nanometern und Bitlängen von 15 bis 20 Nanometern lassen sich etwa ein Terabyte auf der Fläche einer gängigen Briefmarke unterbringen“, erklärt Olav Hellwig. „Um diese Datendichte-Beschränkung aufzulösen, arbeiten wir daran, die Speicherung ins Dreidimensionale auszudehnen:“

Wie alltagstauglich solche Daten-Speicher sind, wie lange sie sich Daten mehrken und zu welchen Kosten sie sich in Elektronikfabriken herstellen lassen, bleibt abzuwarten.

Autor: Oiger

Quelle: HZDR

Wissenschaftliche Publikation:

„Multilayer Metamaterials with Ferromagnetic Domains Separated by Antiferromagnetic Domain Walls“ von R. Salikhov, F. Samad, S. Schneider, D. Pohl, B. Rellinghaus, B. Böhm, R. Ehrler, J. Lindner, N. S. Kiselev und O. Hellwig, in: „Advanced Electronic Materials, 2024, DOI: 10.1002/aelm.202400251

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger