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Materialengpässe durch chinesische Hafensperren verschärft

77,2 aller Industrieunternehmen (hellblauer Balken oben) beklagten bei einer Umfrage im Mai 2022 Nachschubprobleme. Die Lage differiert aber je nach Branche. Grafik: Ifo
77,2 aller Industrieunternehmen (hellblauer Balken oben) beklagten bei einer Umfrage im Mai 2022 Nachschubprobleme. Die Lage differiert aber je nach Branche. Grafik: Ifo

Maschinenbau, Elektroindustrie und Autobau besonders von Lieferketten-Problemen betroffen

München, 30. Mai 2022. Im Maschinenbau, in der Elektroindustrie, im Autobau und in weiteren Industriebranchen haben sich die Material-Engpässe weiter verschärft. Das hat das Wirtschaftsforschungsinstitut „Ifo“ aus München durch eine Unternehmens-Umfrage ermittelt. „Die Lieferketten stehen unter Dauerstress“, schätzte Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe ein. „Die Schließung von Häfen in China hat für viele Unternehmen die Situation weiter verschlechtert.“

77,2 % der Industriebetriebe beklagen Nachschubschwierigkeiten

Insgesamt klagten 77,2 Prozent der befragten Industriebetriebe im Mai 2022 über Probleme, genug Vorprodukte und Rohstoffe zu besorgen. Im Vormonat waren es 75 Prozent. Im Maschinenbau meldeten 91,5 Prozent der Befragten solche Lieferkettenprobleme, in der Elektroindustrie waren es 91 Prozent und im Automobilbau 88,5 Prozent.

Containerschiff. Foto: Thomas_G, Pixabay https://pixabay.com/de/users/thomas_g-7083/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=56569
Containerschiff. Foto: Thomas_G, Pixabay 

China schließt Häfen wegen Corona-Ausbrüchen

„Rund jedes zweite Unternehmen, das von Materialmangel betroffen war, gab an, die aktuellen Lockdowns in China hätten die Situation weiter verschlimmert“, teilten die Ifo-Ökonomen mit. „Insbesondere der Autobau ist hier betroffen.“ China hatte als Folge seine Null-Covid-Strategie in den vergangenen Monaten immer wieder wichtige Umschlaghäfen bei lokalen Corona-Ausbrüchen gesperrt. Auch in jüngster Zeit hat sich dieses Szenario wiederholt. Dadurch bleiben auch viele wichtige Zuliefergüter für die global stark vernetzte deutsche Industrie im Reich der Mitte liegen.

Die massive Störung der Logistikketten werde die Corona-Erholung der deutschen Industrie merklich verzögern, meinen die Forscher. Hinzu kommen die aktuellen wirtschaftlichen Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine.

Autor: hw

Quelle: Ifo

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger