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Deutsche essen 330 Kilo pro Jahr

Etwa 330 Kilogramm verspeist jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr - und so teilt sich dieser Speiseplan auf. Grafik: Foto: Thomas Häse/Universität Leipzig
Etwa 330 Kilogramm verspeist jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr – und so teilt sich dieser Speiseplan auf. Grafik: Foto: Thomas Häse/Universität Leipzig

Übergewicht-Forscher der Uni Leipzig: Weniger Fleisch wäre besser für Gesundheit und Umwelt

Leipzig, 7. Januar 2021. Die Deutschen verzehren pro Jahr rund 60 Kilogramm Schnitzel, Rindersteaks, Hühnchenkeulen und Co. – und damit immer noch viel zuviel Fleisch. Das aber trage zu Fettleibigkeit und Umweltbelastungen bei, warnt der Adipositas-Forscher Prof. Matthias Blüher von der Uni Leipzig: „Um der steigenden Tendenz von Übergewicht in Deutschland entgegen zu wirken, muss auch der Verzehr von Fleisch deutlich zurückgehen.“

Fleischkonsum nimmt kaum ab, aber es kommt mehr Gemüse auf den Tisch

Blüher stützt sich dabei auf den jüngsten Jahresbericht der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ (DGE). Demnach verzehrt jeder Deutsche im Durchschnitt Lebensmittel mit einem Gesamtgewicht von 330 Kilogramm. Ein – aus ernährungsmedizinischer Sicht – positiver Trend dabei: Auf die Teller kommt inzwischen immer häufiger Gemüse. Tomaten, Möhren, Rote Rüben, Zwiebeln und andere pflanzliche Konsorten machen inzwischen rund ein Drittel des Speiseplans aus.

Matthias Blüher, Professor für Adipositasforschung in Leipzig. Foto: Christian Hüller für die Uni Leipzig
Prof. Matthias Blüher, Professor für Adipositasforschung in Leipzig. Foto: Christian Hüller für die Uni Leipzig

Adipositas-Experte rät zu mehr Broccoli und Blaubeeren

Blüher rät aber auch zu Kohlarten, Broccoli, Blaubeeren und Brombeeren, „weil neben dem Reichtum an Vitaminen, Spurenelementen und Ballaststoffen mit vergleichsweise wenig Kalorien Sättigung erreicht werden kann“.

Wasserkonsum steigt

Außerdem trinken die Deutschen nun auch mehr Wasser: Der Jahreskonsum pro Kopf ist um 1,5 Liter im Vergleich zum Vorjahr gestiegen und liegt nun bei 154 Litern pro Kopf im Jahr.

„Wenn es gelänge, den Verzehr von tierischen Lebensmitteln zu senken und dafür eine pflanzenbetonte Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Obst, Getreideprodukten, Kartoffeln und Nüssen zu erreichen, könnten gleichzeitig die Risiken für Gesundheit und Klima reduziert werden“, appellierte der Diabetologe an alle. „Damit trägt jeder Mensch nicht nur zur eigenen Gesunderhaltung bei, er kann auch für die gesamte Gesellschaft etwas bewirken.“

Autor: hw

Quelle: Uni Leipzig

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger