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Vattenfall kauft Öko-Rechenzentren bei „Cloud & Heat“ Dresden

So etwa sehen die Container-Rechenzentren von Cloud & Heat Dresden für Vattenfall aus. Damit jeder sieht, dass sie umweltfreundlicher sind als andere Rechenzentren, sind sie grün lackiert. Montage: Cloud & Heat

So etwa sehen die Container-Rechenzentren von Cloud & Heat Dresden für Vattenfall aus. Damit jeder erkennt, dass sie umweltfreundlicher arbeiten als andere Rechenzentren, sind sie grün lackiert. Montage: Cloud & Heat

Schweden wollen mit diesem Pilotprojekt neue Geschäftsfelder erproben

Dresden, 9. März 2020. Digitalisierung soll eigentlich vieles effizienter machen, seien es nun Fabriken, Behörden, Einkäufe oder der Straßenverkehr. Dies wird aber durch sehr leistungsstarke Rechnerwolken („Clouds“) gesteuert, die mehr und mehr Strom verbrauchen und „Abfallwärme“ in die Umwelt blasen. Laut einer Prognose des Magazins „Nature“ wird sich der Stromverbrauch von Rechenzentren weltweit bis zum Jahr 2030 auf dann über 2000 Terawattstunden vervierfachen. Um diesen Trend abzufedern, setzt Vattenfall nun auf Technologien aus Sachsen: Der schwedische Energieversorger hat als Pilotprojekt bei der Dresdner Uni-Ausgründung „Cloud & Heat“ zwei transportable Öko-Rechenzentren bestellt. Die verwerten ihre Computer-Abwärme automatisch, indem sie sie in Heizkreisläufe einspeisen.

Abwärme der Computer für Heizzwecke nutzbar gemacht

Diese Dresdner Technologie ist für Energieversorger wie Vattenfall besonders interessant. Denn sie können mit diesen transportablen Rechenzentren neue Geschäftsfelder als europäische Cloud-Dienstanbieter aufbauen und deren „Wärmeabfall“ gleichzeitig an Kunden weiterverkaufen. Künstliche Intelligenzen sorgen dafür, dass die Rechenkapazitäten und Heizwärme der vernetzten Container dort bereit gestellt werden, wo sie gerade gebraucht werden. Und weil sie ihre Abwärme verwerten, statt sie teuer wegzukühlen, sind die Dresdner Rechenzentren als Beitrag zum Klimaschutz abrechenbar. Die „Cloud & Heat“-Ingenieure sehen ihre Container außerdem als wichtige Bausteine, um eine eigene Cloud-Infrastruktur in Europa aufzubauen, die unabhängig von US-Anbietern ist. Die Computer seien durch eine spezielle Secustack-Technik gegen Lauschangriffe abgesichert.

Nutzt die Abwärme von Rechenzentren für die Hausheizung: Die Dresdner AoTerra hat die Entwicklung per Crowd mitfinanziert. Nun sich sich das Unternehmen "Cloud&Steam". Foto: Cloud & Steam/Seedmatch

Nutzte die Abwärme von Rechenzentren für die Hausheizung: Eines der ersten Modelle von AoTerra , wie “Cloud & Heat” damals hieß. Foto: Cloud & Heat/Seedmatch

Über Cloud & Heat”

„Cloud & Heat“ entstand 2011 – damals noch unter dem Namen „Aoterra“ – aus einem Forschungsprojekt der TU Dresden. Das Unternehmen hat sich inzwischen auf vernetzte Container-Rechenentren spezialisiert, die ihre Abwärme nutzen, um Bürokomplexe und andere Gebäude zu heizen. Weil diese Container vergleichsweise umweltfreundlich und flexibel arbeiten und rasch von einem Ort der Welt zum anderen transportiert werden können, haben die Dresdner damit viele Preise und zunehmend auch internationale Kunden gewonnen. Mittlerweile sind weltweit rund 1000 „Cloud & Heat“-Computer im Einsatz. Das Unternehmen hat rund 100 Mitarbeiter, die sich vor allem auf Entwicklung und Vertrieb konzentrieren. Die Produktion der Container-Rechenzentren hat ein Auftragsfertiger in Tschechien übernommen.

Autor: hw

Quellen: Cloud & Heat, Nature, Oiger-Archiv