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Prognose: Bis 2022 dreimal so viele private Roboter-Diener

Ein Cleanfix-Roboter macht in einer Einkaufspassage sauber. Foto: BlueBotics

Ein Cleanfix-Roboter macht in einer Einkaufspassage sauber. Foto: BlueBotics

Internationale Robotik-Förderation rechnet mit rasantem Wachstum

Frankfurt am Main, 5. Oktober 2019. Der Markt für Service-Roboter wächst dynamisch – und weitere starke Zuwächse sind auch in den nächsten Jahren zu erwarten. Das hat die Internationale Förderation für Robotik (IFR) in Frankfurt am Main eingeschätzt.

Allein im Privatsektor werden demnach im Jahr 2019 rund 22,1 Millionen autonome rasenmäher, Staubsauger, Poolreiniger und andere Roboterdiener verkauft. Und im Jahr 2022 wird der Absatz auf 61,1 Millionen Einheiten im Wert von umgerechnet 10,5 Milliarden Euro steigen, prognostiziert die IFR.

Unter der professionellen Service-Robotern machen die autonomen Transportsysteme und andere Logistikroboter den größten Anteil aus. Grafik:_ IFR

Unter der professionellen Service-Robotern machen die autonomen Transportsysteme und andere Logistikroboter den größten Anteil aus. Grafik: IFR

Starke Nachfrage auch im Profibereich

Stark wächst auch der Serviceroboter-Markt im Profi-Sektor: 2018 hat dort der Absatz um 61 Prozent auf 271.000 verkaufte Einheiten zugelegt. Die Umsätze legten dort um 32 Prozent auf umgerechnet 8,4 Milliarden Dollar zu. Professionelle Systeme sind beispielsweise autonome Fabriktransporter, Inspektions-, Wartungs-, Medizinroboter. Dazu gehören aber auch landwirtschaftliche und Militärroboter. In diesen Profisegmenten rechnet die IFR mit einem globalen Umsatzwachstum auf 11,5 Milliarden Euro bereits in diesem Jahr. „Roboter für Logistik, Medizin und Landwirtschaft tragen am stärksten dazu bei“, schätzte IFR-Generalsekretärin Susanne Bieller ein

Exoskelette im Kommen

Großes Wachstumspotenzial sehen die IFR-Experten auch bei den Exoskeletten. Dabei handelt es sich gewissermaßen um Roboter ohne eigene Zentralsteuerung: Die – meist hydraulisch bewegten – künstlichen Gliedmaßen werden vielmehr durch einen Menschen gesteuert, der sich das Exoskelett anzieht. Soldaten und Arbeiter können durch die Kraftverstärkung des Exoskeletts enorme Lasten bewegen. Dies ist beispielsweise für Bauleute interessant.

Auch die US-Weltraumbehörde NASA hat Exoskelette entwickeln zu lassen, um zu testen, ob sich damit die Kraft von Astronauten verstärken lässt. Foto: NASA

Auch die US-Weltraumbehörde NASA hat Exoskelette entwickeln zu lassen, um zu testen, ob sich damit die Kraft von Astronauten verstärken lässt. Foto: NASA

Perspektivisch ist auch daran gedacht, Exoskelette wie ein Art Rollator 2.0 einzusetzen: Sie könnten Gelähmten und immobilen Senioren helfen, wieder ihre Bewegungsfähigkeit zurück zu erlangen. Das US-Militär und deren Forschungsagentur Darpa haben beispielsweise damit experimentiert, verstümmelten Veteranen damit wieder etwas Lebensqualität zurück zu geben.

„Großes Wachstumspozenzial

Dieser Markt ist allerdings noch klein, da die Technik noch recht teuer ist: 2018 wurden weltweit 7300 Exoskelette verkauf. Das war etwa ein Zehntel mehr als im Vorjahr. Die Prognosen der IFR sagen aber: „Für diese Art von Robotern gibt es ein großes Wachstumspotenzial.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: IFR, Darpa