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Datenhandschuh lässt Maschinen singen

Erste Ausführung eines multimodalen eGloves: Maßgeschneidertes Musikinstrument mit integrierter Sensorik zur Gestenerkennung und drahtlos angekoppeltem Tonwiedergabesystem sowie integrierter Leuchtfunktion für visuelles Feed-Back. Foto: ITM/TU Dresden

Erste Ausführung eines multimodalen eGloves: Maßgeschneidertes Musikinstrument mit integrierter Sensorik zur Gestenerkennung und drahtlos angekoppeltem Tonwiedergabesystem sowie integrierter Leuchtfunktion für visuelles Feed-Back. Foto: ITM/TU Dresden

Neues Exzellenzentrum CeTI Dresden erforscht neue Interaktionswege zwischen Mensch und Computer

Dresden, 14. Oktober 2018. Textilforscher vom neuen Exzellenzzentrum „Centre for Tactile Internet with Human-in-the-Loop” (CeTI) an der TU Dresden haben einen interaktiven Datenhandschuh („eGlove“) vorgestellt, der gestengesteuerte Musikkompositionen ermöglichen soll. In diesen haben die Textilexperten Sensoren und Funkmodule integriert, die Handbewegungen erkennen und drahtlos an ein Tonsystem übertragen. Die eingebetteten Leuchten sollen all dies zusätzlich visualisieren.

Intuitive Echtzeit-Steuerung ist das Ziel

Die Wissenschaftler am „Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik“ (ITM) der TU Dresden wollen mit diesem eGlove-Prototyp zeigen, in welche Richtung sich die Interaktion zwischen Mensch und Maschine in Zukunft entwickeln könnte. Und genau dies ist auch ein zentrales Ziel des neuen CeTI: Auszuloten, wie Menschen intuitiver und in Echtzeit mit computergesteuerten und vernetzten Maschinen kooperieren, gemeinsam arbeiten und spielen können als bisher mit Maus, Tastatur oder Joystick. Im Fokus stehen auch neue Formen “menschlicher Kontrolle im Soft- und Hardware-Design, bei Sensor- und Aktuatortechnologien sowie bei den Kommunikationsnetzen”, teilte ITM-Sprecherin Annett Dörfel mit. “Die Forschungen sind Grundlage für neuartige Anwendungen in der Medizin, der Industrie (Industrie 4.0, Co-working) und dem ‘Internet der Kompetenzen‘ (Bildung, Rehabilitation).”

Interdisziplinärer Verbund: Vom Maschinenbauer bis zum Psychologen

Dafür haben sich Dresdner Wissenschaftler aus der Elektro- und Kommunikationstechnik, Informatik, Maschinenwesen, Psychologie, Neurowissenschaften und Medizin mit Forschern der TU München, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, der Fraunhofer-Gesellschaft und internationalen Wissenschaftseinrichtungen zusammengetan. Neben Datenhandschuhen stehen auch Daten-Anzüge (eSuites) für die Maschinensteuerung auf der Entwicklungs-Agenda. Die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ finanziert das neue Zentrum aus Exzellenzfördermitteln von Bund und Ländern. Offiziell startet das CeTI unter Leitung von TUD-Professor Frank Fitzek Anfang 2018.

Autor: hw