FilmezAufi

Bluray über Anne Clark: Wo die Punk-Poetin der 80er heute steht

Anne Clark im Konzert. Ausschnitt aus: Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow“, Neue Visionen Filmverleih
Anne Clark im Konzert. Ausschnitt aus: Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow“, Neue Visionen Filmverleih

Biografische Doku fürs Heimkino erschienen

In den 1980er Jahren galt die englische Künstlerin Anne Clark als poetische Ikone des Synthie-Pops, nahe am Kreuzungspunkt zu New Wave und Punk. Dann verschwand sie mehr oder minder plötzlich, um als Rezitatorin übersetzter Rilke-Poesie auf die Bühnen zurückzukehren. Wie das alles kam, versucht Regisseur Claus Withopf „Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow“ zu ergründen. Der biografische Dokfilm ist nun fürs Heimkino auf Bluray und DVD erschienen.

Viel musikalisches Futter für die Fans

Anne Clark erzählt in diesem filmischen Porträt, was sie zur Sprachmusik gebracht hat, aus welchen Quellen sie ihre düster-melancholische Lyrik speist, aber auch, wie sie sich von ihrer Heimat entfremdet und der deutschen Kultur angenähert hat. In London, so sagt sie, fühle sie sich längst als Fremde. Eingebettet sind diese Sentenzen in viele Songs, vor allem Konzertausschnitte von und mit Anne Clark – natürlich Klassiker wie „Our Darkness“, Stranger in Metropolis“ oder „Hope Road“, genauso aber auch neuere Werke.

Werbevideo (Neue Visionen):

Lange Metamorphose

Gelegentlich wünscht man sich etwas mehr Verdichtung und nicht so viel Fan-Kult. Interessant ist diese persönliche Dokumentation indes allemal – und zwar nicht nur für Anne-Clark-Eleven: Sie reflektiert das Lebensgefühl, die Körpersprache und musikalische Empfinden vor allem der 1980er sehr gut. Zudem gewährt die Doku einen interessanten biografischen Blick auf die lange Metamorphose eine ganz besondere Künstlerin, die nach eigenem Bekunden in einer Gegend groß wurde, in der jeder Berührung mit „Hochkultur“ verpönt galt.

Kurzüberblick:

  • Titel: Withopf „Anne Clark – I’ll Walk Out Into Tomorrow“
  • Genre: Biografie/Dokumentation
  • Regie: Claus Withopf
  • Laufzeit: 81 Minuten
  • Produktionsland und –jahr: Deutschland 2017
  • Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln (nur über das Hauptmenü auswählbar!)
  • Alterseinstufung: FSK 0

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger