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Plastemüll als Chemie-Rohstoff

Die geplante Forschungsanlage zur Verwertung von Kohlenstoff-Abfällen. Foto: TU-Bergakademie Freiberg

Die geplante Forschungsanlage zur Verwertung von Kohlenstoff-Abfällen. Foto: TU-Bergakademie Freiberg

Freiberger Ingenieure planen Testreaktor in Leuna

Freiberg/Leuna, 12. Mai 2018. Um dem Plastemüll in Ozeanen und auf den Straßen zu mindern, wollen ostdeutsche Ingenieure einen Reaktor konstruieren, der Synthesegas aus Kunststoff-Abfällen erzeugt. Die “Carbontrans”-Pilotanlage soll nach 2021 im Chemiepark in Leuna in Sachsen-Anhalt gebaut werden und jährlich 25.000 Tonnen kohlenstoffhaltiger Stoffe verarbeiten können. Beteiligt sind die Bergakademie Freiberg und das Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) in Halle.

Professor Meyer: Übergang von linearer zur Kreislaufwirtschaft

„Was die Pilotanlage leistet, ist letztlich chemisches Recycling“, betonte Prof. Bernd Meyer, der Direktor des Instituts für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) der TU und Bergakademie Freiberg: „Kohlenstoff wird nicht verbrannt, um dann als CO2 die Umwelt zu belasten, sondern für andere Stoffverbindungen genutzt. Damit bahnen wir den Weg für den Übergang von einer linearen Kohlenstoffwirtschaft, die mit der Verbrennung kohlenstoffhaltiger Produkte unter CO2-Freisetzung endet, zu einer weitgehend CO2-neutralen Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft.“

Prof. Bernd Meyer. Foto: Bergakademie Freiberg

Prof. Bernd Meyer. Foto: Bergakademie Freiberg

Technologie könnte ostdeutscher Braunkohle eine stoffliche Perspektive eröffnen

Die Ingenieure wollen in ihrem Reaktor die Plasteabfälle mit Trockenbraunkohle vermischen, um ein möglichst hochwertiges Synthesegas zu erzeugen. Dieses Gas kann dann stofflich verwertet werden, um Methanol, Ammoniak oder andere kohlenstoffhaltigen Stoffe herzustellen. Für ihre Experimente setzen sie auch originalen Plastemüll . Kunststoffabfälle aus den Ozeanen ein, den der Verband NABU besorgt hat.

Eva-Maria Stange. Foto: Götz Schleser

Eva-Maria Stange. Foto: Götz Schleser

Zwei Länder fördern das Projekt

„Klimawandel, Ressourcenverknappung sowie Vermüllung der Umwelt sind globale Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, betonte auch das sächsische Wissenschaftsministerium, das dieses Projekt zusammen mit dem Land Sachsen-Anhalt fördert. Das Reaktor-Konzept der Freiberger könne womöglich helfen, den primären Ressourcenverbrauch in Deutschland zu senken und durch mehr sekundärer Ressourcen kohlenstoffhaltige Abfälle und stofflich verwertete Braunkohle zu ersetzen.

Autor: hw

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