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BMW rüstet manuelle Fabrik-Transporter zu Roboterzügen um

Automatischer Lieferzug bei BMW. Foto: BMW
Automatischer Lieferzug bei BMW. Foto: BMW

Dingolfing, 28. März 2018. Der Autokonzern BMW automatisiert sein Werk im bayrischen Dingolfing nach: Techniker rüsten manuell gesteuerte Teile-Transporter für die Montage-Belieferung zu vollautomatischen fahrerlosen Transport-Zügen um. Das hat BMW heute mitgeteilt.

Werkleiter: Sind bei der Digitalisierung vorn

„Unser Werk spielt bei der Digitalisierung ganz vorne mit“, meint Werkleiter Andreas Wendt. „Diese Zukunftstechnologie ermöglicht es uns, die werksinterne Logistik noch effizienter zu gestalten und damit den Erfolg unseres Werks für die Zukunft zu sichern.“

„Unmittelbare Bandversorgung durch automatisierte Routenzüge derzeit noch unrealistisch“

Arbeitsplätze sollen durch die Nachautomatisierung nicht vernichtet werden, versicherte Benedikt Fischer, Sprecher von BMW Dingolfing. „Im BMW Group Werk Dingolfing sind aktuell rund 17.500 Mitarbeiter beschäftigt“, erklärte er auf Oiger-Anfrage. „Ab Sommer 2018 werden im Bereich der Türenvormontage zwei autonome Routenzüge im Serienbetrieb eingesetzt werden. Dadurch kommt es zu keiner Veränderung der Arbeitsplatzsituation.“ Zudem würden weiterhin Menschen die Routenzüge be- und entladen. „Dies – und die komplexe Struktur der Montagehallen –  lässt eine unmittelbare Bandversorgung durch automatisierte Routenzüge derzeit noch unrealistisch erscheinen.“

Züge tasten mit Laser Umgebung ab und navigieren autonom

Die umgerüsteten Züge navigieren laut Unternehmens-Angaben aber bereits autonom innerhalb der Fabrik. Dabei tasten sie ihre Umgebung mit Lasern ab, um ihre Position bis auf zehn Millimeter genau zu bestimmen. Diese selbstständige Navigation erlaubt es den Zügen auch, sich bei Bedarf umzuleiten, wenn an bestimmten Stationen akuter Teile-Mangel droht.

Brummende Uhr kündigt nächsten Zug an

Die Lagerarbeiter sollen zudem nun auch Computeruhren (Smart Watches) tragen, die ihnen per Vibrationsalarm melden, wenn der nächste Routenzug naht. „Zusätzlich kann der Mitarbeiter ablesen, welche Behälter er entladen soll und den Routenzug per Displayberührung zu seinem nächsten Ziel schicken“, hieß es von BMW.

Auch andere Autowerke setzen bereits Transportroboter ein – auch für Besucher gut zu sehen zum Beispiel in der gläsernen VW-Manufaktur in Dresden. Autonom navigierende Nachschubzüge sind bislang aber selten.

hw

 

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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