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Leuna liefert Rekordmenge Synthetik-Benzin an Audi: 60 Liter

Anlage für die Synthese von elektrosynthese-Benzin. Foto: Audi & Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna
Anlage für die Synthese von elektrosynthese-Benzin. Foto: Audi & Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse (CBP) in Leuna

Audi sieht viel Potenzial in öko-erzeugten Treibstoffen

Ingolstadt/Leuna/Dresden, 9. März 2018. Solange Brennstoffzellen- und Elektroautos noch nicht ausgereift sind, könnten vergleichsweise umweltfreundlich erzeugte Synthetik-Treibstoffe die Öko-Bilanz von Autos verbessern. Dabei handelt es sich zum Beispiel um e-Diesel oder E-Benzin, die im besten Falle unter einsatz von Luft, Wasser und Sonnen- oder Windstrom synthetisiert werden. Der deutsche Auto-Konzern Audi aus Ingolfstadt ist laut eigenem Bekunden vom Potenzial der E-Treibstoffe überzeugt – und hat sich jetzt von „Global Bioenergies“ aus Leuna eine Rekordmenge E-Benzin liefern lassen: sage und schreibe 60 Liter, die Audi nun für Motorentests verwenden will.

E-Benzin: unabhängig von Erdöl und sauberer

„Der neue Kraftstoff hat viele Vorteile“, meint Reiner Mangold, der Audi-Leiter für nachhaltige Produktentwicklung. „Er ist unabhängig von Erdöl, kompatibel zur vorhandenen Infrastruktur und bietet die Perspektive eines geschlossenen Kohlenstoffkreislaufs.“ Das E-Benzin aus Leuna ist allerdings nicht aus Luft und Wasser entstanden, sondern aus Biomasse. Unter Mithilfe von Fraunhofer sei daraus Isooktan (C8H18) entstanden. Dieser Energieträger sei schwefel- und benzolfrei und verbrenne deshalb besonders schadstoffarm, hieß es von Audi.

„Blue Crude“ zunächst auf Pilotanlage von Sunfire Dresden erzeugt

Der Konzern experimentiert auch mit synthetischem Diesel. Dessen Vorstufe „Blue Crude“ wurde zunächst bei Sunfire Dresden in einer Pilotanlage von Ende 2014 bis Oktober 2016 synthetisiert. Inzwischen verfolgt Sunfire aber andere Geschäftsmodelle. Deshalb plant Audi nun Produktionskapazitäten in Laufenburg im Schweizer Kanton Aargau. „Zusammen mit den Partnern Ineratec GmbH und Energiedienst Holding AG sollen in einer neuen Pilotanlage jährlich rund 400.000 Liter Audi e-diesel entstehen. Die dafür notwendige Energie liefert erstmals ausschließlich Wasserkraft.“

hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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