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Azubis sollen mit Digitalisierung wie Muttermilch aufsaugen

Ingenieur Sandro Jensch hat in der Wissenschaftsnacht 2017 den Besuchern vorgeführt, wie die hochautomatische und vernetzte "Industrie 4.0"-Lehrfabrik in der Berufsakademie Sachsen in Dresden funktioniert. auf dem Tablet behält er die Produktionsabläufe im Blick. Foto: Heiko Weckbrodt
Ingenieur Sandro Jensch zeigt in der Berufsakademie Sachsen in Dresden eine „Industrie 4.0“-Ausbildungsfabrik von Festo. Foto: Heiko Weckbrodt

Ostdeutsche Maschinenbauer: Industrie 4.0 kommt in der Praxis an – und erfordert neue Ausbildungsprofile

Leipzig/Gera, 27. Juni 2017. Der Facharbeiter in der vernetzten Fabrik von morgen muss mit voll digitalisierten und vernetzten Produktionsprozessen der „Industrie 4.0“ klar kommen. Bereits jetzt kommen solche Konzepte in der deutschen Industriepraxis an. Deshalb haben die ostdeutschen Maschinenbauer nun eine entsprechende Reform in der Facharbeiter-Ausbildung für die Industrie gefordert.

Starker digitaler Wandel im Maschinenbau im Gange

„Die Beschäftigten im Maschinen- und Anlagenbau erleben einen starken digitalen und technischen Wandel“, schätzt die Sektion Ost im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Ost) auf einer Fokustagung „Ausbildung für Industrie 4.0“ in Gera ein. Diese Entwicklung stelle neue Anforderungen an die Qualifikation von Mitarbeitern sowie an die Inhalte von Ausbildungsberufen. „Die Digitalisierung zwingt uns zu schnellerem Handeln“, erklärte Udo Staps, Chef der „FKT Formenbau und Kunststofftechnik GmbH“ aus Triptis und Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostthüringen. „Oftmals reichen Zusatzqualifikationen, um bestehende Berufsbilder wie den Mechatroniker oder Industriemechaniker inhaltlich an die neuen Erfordernisse von Industrie 4.0 anzupassen.“ Dafür sei aber ein gewisses Maß an Risikobereitschaft und Experimentierfreude notwendig.

Neue Berufe wie Produktionstechnologen gefragt

Andere Maschinenbauer wie die „Kaeser Kompressoren SE“ setzen auf neue Berufsbilder wie die Lehre zum Produktionstechnologen. Sie verzahnen Maschinen, Informationstechnologie und Unternehmensorganisation miteinander und tragen so entscheidend zu einer reibungslosen Produktion bei. Diese Ausbildung sei aber leider in den Berufsschulen kaum verankert, bedauerte Uwe Grundmann, Leiter des Kaeser-Produktionszentrums „fahrbare Kompressoren“. So gebe es in Ostdeutschland lediglich im thüringischen Ilmenau eine Landesfachklasse, in der Produktionstechnologen ausgebildet werden. hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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