NewsSoftware

App für verstörte Soldaten

Dr. Julia Schellong, Leitende Oberärztin der Psychotraumatologie an der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Universitätsklinikums Dresden, initiierte die Entwicklung der „CoachPTBS“-App. Foto: Uniklinik Dresden
Dr. Julia Schellong, Leitende Oberärztin der Psychotraumatologie an der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Universitätsklinikums Dresden, initiierte die Entwicklung der „CoachPTBS“-App. Foto: Uniklinik Dresden

Smartphone-Software vom Uniklinik Dresden soll Soldaten nach Kampfeinsätzen Hilfe zur Selbsthilfe anbieten

Dresden, 13. Juli 2016. Weil die Bundeswehr jetzt öfter bei Kriegen und Krisen mitmacht, kehren viele Soldaten aus Einsätzen verstört zurück. In der medizinischen Fachsprache nennt sich der Schreckensnachhall des Krieges „Posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS). Und das klingt vermutlich in den Ohren der Soldaten nicht nach etwas, mit dem man gern hausieren geht. Zumindest gehen Experten davon aus, dass viele Traumatisierte über ihre Erlebnisse, ihre Schlafstörungen und Angstzustände nicht reden und auch keinen Arzt deshalb aufsuchen.

1. Hilfe per App-Entspannungsübung

Deshalb haben nun Ärzte, Wissenschaftler und Programmierer aus Dresden, München und Berlin das Hilfe-Programm „CoachPTBS – Wegweiser bei psychischen Einsatzfolgestörungen“ für Mobiltelefone entwickelt. Diese App soll den deutschen Soldaten helfen, Symptome für eine PTBS zu erkennen, sich mit einfachen Entspannungsübungen erst einmal zu beruhigen und geschulte Ärzte zu finden.

Seit Afghanistan sind in Bundeswehr Belastungsstörungen ein Thema

„Seit dem Afghanistan-Einsatz sind posttraumatische Belastungsstörungen auch in der Deutschen Bundeswehr ein wichtiges Thema. Dennoch sind sich Soldaten nach Auslandseinsätzen nicht immer sicher, ob sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollten“, erklärte Dr. Julia Schellong von der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Dresden. „Um diese Hemmschwelle zu senken, haben wir in Kooperation mit dem Bundeswehrkrankenhaus Berlin und der Universität der Bundeswehr München die „CoachPTBS“-App entwickelt.“ Vorbild dafür sei eine ähnliche App gewesen, die in den USA undAustralien erfolgreich eingesetzt werde.

Die App kann kostenlos im „App Store“ von Apple und im „Play Store“ von Google auf Smartphones geladen werden.

Erster Eindruck: Informativ, aber textlastig

Unser erster Eindruck nach einem Kurztest: Die App ist sehr informativ, aber auch sehr textlastig. Gut: Bei den Entspannungsübungen kann sich der Nutzer von einem Sprecher anleiten lassen. Damit kein Fremder in den privaten Details herumschnüffeln kann, ist die App passwort-geschützt. Ist zwar etwas nervig, aber sinnvoll. hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

Schreibe einen Kommentar