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Warum TSMC in den USA und nicht in Europa investiert

Vor allem die modernen 300-mm-Fabriken von TSMC sind stark ausgelastet. Foto: TSMC

Foto: TSMC

Taiwanesen erwägen, 3-Nanometer-Fabrik für 16 Mrd. $ in Amerika zu bauen

Taipeh, 31. März 2017. Die taiwanesische Chipschmiede TSMC erwägt, mit einem Aufwand von mehr als 16 Milliarden Dollar die Halbleiterfabrik der nächsten Generation für Strukturbreiten von bis zu 3 Nanometer (nm) herab in den USA zu bauen. Die Entscheidung soll endgültig in ersten Halbjahr 2018 fallen. Es könnte sein, dass das weltgrößte und technisch fortschrittlichste Foundry-Unternehmen damit der Trump-Drohung entgehen will, Strafzölle zu zahlen, wenn nicht in den USA produziert wird.

Nicht nur die Trump-Drohgebärden wirken

Es hat aber durchaus aus Sicht von TSMC Sinn, auch ohne diese Drohung an den Standort in der Welt zu gehen, wo die wichtigsten Auftraggeber für TSMC sitzen, nämlich die weltgrößten Halbleiterfirmen ohne eigene Fertigung, fabless companies genannt. Diese „fabless“ Unternehmen sind die natürlichen Partner für die „Fabs“ wie TSMC und sitzen vornehmlich in den USA. Dazu gehören zum Beispiel Apple, Qualcomm und Nvidia.

Europa nahezu bedeutungslos für TSMC

Da europäische Fabless-Unternehmen nur noch einen Marktanteil von weltweit einem Prozent haben und damit bedeutungslos geworden sind, gibt es auch für Unternehmen wie TSMC keinen Grund, sich in Europa anzusiedeln. Hier würde nicht mal ein national-isolationistischer Politiker wie Trump helfen. Der Zug zur De-Industrialisierung auf dem Gebiet der Schlüsseltechnologie Mikroelektronik ist in Europa bereits abgefahren.

Kommentar: Bernd Junghans

Bernd Junghans. Foto: privat

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