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TU Dresden startet Petaflop-Supercomputer

So ähnlich wird der neue TU-Supercomputer der Petaflop-Liga aussehen, mit dem zum Beispiel neue Materialien, Medikamente und Fahrzeuge simuliert werden sollen. Foto: Dieter Both, Bull

So ähnlich wird der neue TU-Supercomputer der Petaflop-Liga aussehen, mit dem zum Beispiel neue Materialien, Medikamente und Fahrzeuge simuliert werden sollen. Foto: Dieter Both, Bull

Sachsen hat 60 Millionen Euro investiert

Dresden, 6. Mai 2015: Der neue Supercomputer der TU Dresden, der im Endausbau mehr als eine Billiarde Fließkomma-Rechnungen pro Sekunde (Petaflops) schaffen soll, nähert sich dem Start: Am 13. Mai 2015 wird Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) das eigens dafür errichtete „Lehmann-Zentrum“ an der Nöthnitzer Straße in Dresden an Prof. Wolfgang E. Nagel, den Direktor des TU-Zentrums für Informationsdienste und Hochleistungsrechner (ZIH), übergeben. Das hat das Finanzministerium als Bauherr angekündigt.

Forscher wollen Rechner für Simulationen, Robot-OPs und Systembiologie

Insgesamt fließen rund 60 Millionen Euro in das ambitionierte Projekt, das Dresdens Position in der internationalen Supercomputer-Szene stärken soll. Der 15 Millionen Euro teure Rechnerkomplex selbst wird von Bull geliefert und mehrere Tausend Xeon-Prozessoren von Intel vernetzen. Zur Verfügung stehen wird er Uni-Forschern zahlreicher Fachbereiche, die den Rechner zum Beispiel für die Massenauswertung digitaler Mikroskopiebilder, das Design neuer Werkstoffe, Simulationen in der Fahrzeugkonstruktion und Roboter-Operationen einsetzen wollen. Weitere 45 Millionen Euro hat der Freistaat in das Gebäude und in die Infrastruktur für den „Hochleistungsrechner-/Speicherkomplex HRSK-II“ investiert.

Rechner-Wärme heizt Physikern nebenan ein

Kleines Schmankerl am Rande: Die Abwärme, die der Petaflop-Computer beim Rechnen erzeugt, soll nicht teuer weggekühlt und in die Luft geblasen werden, sondern wird in das benachbarte neue Photophysik-Institut umgeleitet, um den Forschern dort einzuheizen.

Der ab 1959 von Prof. Lehmann in Dresden entwickelte Transistor-Tischrechner D4a gillt als Vorläufer der PCs. Abb.: hw

Der ab 1959 von Prof. Lehmann in Dresden entwickelte Transistor-Tischrechner D4a gillt als Vorläufer der PCs. Abb.: hw

Das Supercomputer-Gebäude ist übrigens nach dem Dresdner Computer-Pionier Nikolaus Joachim Lehmann (1921-1998) benannt. Der TU-Mathematiker konstruierte u.a. mit dem „D4a“ den ersten vollständig mit Transistoren statt Elektronenröhren ausgestatteten Tischrechner der DDR – ein Vorläufer des modernen PCs. Autor: Heiko Weckbrodt