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„Risen 3“: Die Schatten verdunkeln die Südsee

Der Risen-Held stellt sich mit blankem Stahl den Feuervögeln. Abb.: Deep Silver

Der Risen-Held stellt sich mit blankem Stahl den Feuervögeln. Abb.: Deep Silver

Prachtvolles Rollenspiel vom deutschen Studio „Piranha Bytes“

Kaum sind Titanen und amoklaufende Inquisitoren gestoppt, kriecht die nächste Plage in der Südsee aus ihren Feldlöchern: Schatten-Lords senden ihre dämonischen Schergen und untoten Hunde und nervenden Spinnen über die Dschungelinseln. Die trampeln auf den schönen grünen Wiesen herum, verschrecken Papageien und Eingeborene und meucheln Inquisitoren, Magier und Freibeuter ohne Unterschied. Klaro: Hier wartet eine neue Aufgabe auf den namenlosen Piraten, der uns schon durch „Risen“ 1 und 2 begleitete.

Werbevideo (Deep Silver):

Nach wenigen Minuten stirbt der Held

Piratenbraut Patty glänzt mit besonderen Attributen. Abb.: BSF

Piratenbraut Patty glänzt mit besonderen Attributen. Abb.: BSF

Und der scheitert im dritten Teil der deutschen Rollenspiel-Serie gleich zu Anfang grandios – und wird getötet. Damit ist das Spiel gottlob nicht schon zu Ende, denn ein schräger Vogel namens Bones reanimiert den Kerl durch irgendwelchen Voodoo-Kram. Und damit kommen wir auch zu einer der Neuerungen von „Risen 3 – Titan Lords“: Um das Spiel komplexer zu machen und dem Spieler mehr Entscheidungsspielräume zu geben, schicken die Entwickler vom Essener Spielestudio „Piranha Bytes“ („Gothic“) den Ex-Toten regelmäßig in die Schattenwelt. Dort kann er zum Beispiel Seelenstaub sammeln, um wieder menschlicher zu werden – was wiederum in der Südsee die Kooperationsbereitschaft anderer Menschen stärkt. Lässt der Spieler hingegen in der Welt der Lebenden allzuoft Gesprächspartner abblitzen oder behumbst sie, verliert er wieder etwas Seele, gewinnt zwar materielle Güter, wird aber in der „echten Welt“ gemobbt.

Toll animierte Inselwelten und unzählige Quests locken

Der arme Held muss in der Bullenhitze der Südsee mit schwerer Panzerung rumrennen - die schicke Voodoo-Hexe hats da besser. Abb.: BSF

Der arme Held muss in der Bullenhitze der Südsee mit schwerer Panzerung rumrennen – die schicke Voodoo-Hexe hats da besser. Abb.: BSF

Ansonsten aber finden wir Spielprinzipien, Schauplätze und Akteure aus früheren Teilen in „Risen 3“ wieder. Nur dass Piratenbraut Patty nun größere Möpse hat, die Eingeborinnen schärfer gekleidet sind und alles viel schöner aussieht: der Dschungel, die Panther und Leoparden und all die Monster und Menschen, de uns begegnen. Wie gehabt, müssen wir uns irgendwann für den Beitritt zu einer Gilde entscheiden, was dann beeinflusst, ob wir eher unsere magischen Fähigkeiten steigern können oder besser mit Schwert, Voodoo oder Flinte werden.

Um Attribute wie Härte, Nahkampf oder Schlösserknacken zu steigern, muss der Spieler mit Bedacht Gold und Erfahrungspunkte ausgeben, die er entweder kämpft oder die unzähligen Haupt- und Nebenaufgaben („Quests“) erledigt. Dabei kann er eine riesige virtuelle und prachtvoll animierte Welt nahezu frei erkunden, zwischen verschiedenen Südsee-Inseln hin- und herschippern und – mit viel Eifer – auch versteckte Boni und vergrabene Schatztruhen finden.

Fazit: prachtvoll und suchtfördernd

Auch die klauwütigen Gnome begegnen uns wieder. Abb.: BSF

Auch die klauwütigen Gnome begegnen uns wieder. Abb.: BSF

Die Geschmäcker von Rollenspielern sind bekanntermaßen unterschiedlich: Die einen bevorzugen bunte Fantasiewelten à la „Diablo“, „Starcraft“ oder „World of Warcraft“ mit ihren Bonboneffekten und ihrem Fokus auf Netzwerkspiele. Die anderen – und dazu zähle ich mich – präferieren Rollenspiele mit realistischerer Optik und Story, denen man die Einflüsse aus dem Egoshooter-Genre anmerkt. In dieser Tradition ist „Risen 3“ ein besonders prachtvoll in Szene gesetzes Werk, das grafiktechnisch hinter mit neuesten 3D-Shootern wie „Crysis“ kaum zurücksteht.

Vor allem aber gefallen mir der eher erdig-sarkastische Grundton von „Risen“, der sich deutlich vom Diablo-Pathos abhebt, der nichtlineare Spielverlauf, die freie Welterkundung und die Vielzahl von Handwerken und Spezialisierung, für die man sich hier entscheiden kann. Und diese Quests sorgen für einen enormen Suchtfaktor („Mist – schon 3 Uhr morgens?!“). Schade nur, dass auch das neue „Risen“ wieder ohne Mehrspieler-Modus daher kommt – die Monsterhatz würde gemeinsam mit Freuden im Netzwerk bestimmt auch viel Spaß machen. Autor: Heiko Weckbrodt

Risen 3 – Titan Lords“ (Piranha Bytes/Deep Silver), Rollenspiel, USK 12

 

Bildergalerie:

Zum Weiterlesen:

„Risen 2“: Es wird wieder piratisch

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