Alle Artikel mit dem Schlagwort: Visualisierung

Die Dresdner Visualisierungs-Software wurde bisher vor allem für Industrie-Projekte eingesetzt - hier zum Beispiel, um eine neue Wasserpumpe in Aktion zu zeigen. Abb.: 3D:it, Bildschirmfoto

Fabriken und Flughäfen durchwandern, bevor sie gebaut sind

Dresdner 3D-Firma gewinnt Innovationspreis auf Airport-Messe Dresden, 12. Oktober 2015. Oft ist es ein langer und steiniger Weg, bis aus einer ersten Idee eine fertige Fabrik oder ein betriebsbereiter Flughafen geworden ist – die Berliner können ein Lied davon singen. Um Bauherren, Planern und Zulieferern diesen Pfad zu ebnen, Irrwege und Konflikte zu vermeiden, hat das Dresdner Unternehmen „3D Interaction Technologies“ (3D:it) eine Software-Technologie namens „Govie“ entwickelt. Die ermöglicht es, ein interaktives und fotorealistisches 3D-Computermodell der künftigen Werkhalle, Maschinenstraße oder eben Airports zu erkunden – lange, bevor das erste Fundament gegossen ist. Auf der Flughafen-Ausrüstermesse „inter airport Europe“ in München haben die Dresdner dafür nun einen Innovationspreis gewonnen.

Rekonstruierter Limes-Abschnitt im Taunus. Foto: Oliver Abels, Wikipedia. GNU-Free-Lizenz

Römischer Limes im digitalen Zeitraffer

Althistoriker setzen aufs Wikipedia-Prinzip: Uni Leipzig startet eJournal „Digital Classics Online“ Leipzig, 30. Mai 2015. Gemeinhin nimmt man an, der Untergang des weströmischen Reichs im 5. Jahrhundert habe auf Europa wie ein Reset am Computer gewirkt: Der Kontinent versank in der sogenannten „Dunklen Zeit“ und es brauchte Jahrhunderte, bis der Wissenstand der antiken Hochkulturen wieder erreicht war. Tatsächlich aber war dieser „Reset“ gar nicht so hart wie oft kolportiert: Viele Verkehrs- und militärischen Infrastrukturen der Römer wurden nämlich auch in der „Dunklen Zeit“ teils weitergenutzt. Klostergründungen orientierten sich beispielsweise an alten römischen Reichsstraßen oder auch am Limes, dem schier endlos wirkenden Grenzwall der Kaiser gegen die „Barbaren“. Solche Zusammenhänge herauszuarbeiten, ist auch Teil einer noch jungen Disziplin innerhalb der Geschichtswissenschaften, in der Computertechnologien verwendet werden, um Daten aus alten Quellen massenhaft auszuwerten und neu aufzubereiten. Diese digitalen Ansätze stehen im Mittelpunkt einer neuen elektronischen Zeitschrift „Digital Classics Online“, von der Althistoriker der Universität Leipzig nun die erste Ausgabe im Netz publiziert haben. Sie folgen damit den Prinzipien von „Open Access“ und der Wikipedia.