Sachsens Exporte gen USA durch Trump-Zölle gesunken

Handelskriege des US-Präsidenten machen sich auch im Freistaat bemerkbar
Kamenz, 12. März 2026. Sachsen hat zuletzt weniger Autos, Maschinen, Elektroausrüstungen und andere Industriegüter in die Vereinigten Staaten von Amerika exportiert. Das geht aus einer neuen Außenhandels-Übersicht des statistischen Landesamtes in Kamenz hervor. Demnach schrumpften die sächsischen Ausfuhren gen USA im Jahr 2025 um sechs Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Insgesamt sind die sächsischen Exporte um nur ein Prozent gesunken.
Vereinigten Staaten und China bleiben dennoch wichtigste Handelspartner
„Maßgeblich beeinflusst wurde die rückläufige Entwicklung durch die im Jahresverlauf 2025 seitens der US-Administration verhängten Einfuhrzölle in Höhe von mindestens 15 Prozent auf nahezu alle Waren aus der Europäischen Union“, schätzen die Landesstatistiker ein. Dennoch seien die USA mit einem Anteil von fast zehn Prozent vor China und Großbritannien der wichtigste Handelspartner für Sachsen geblieben.
Die Abwehrzölle hatte US-Präsident Donald Trump verhängt, um vor Jahren verlorene Industrien in die USA zurückzuholen, das Außenhandelsdefizit der USA zu verringern und die Europäer für angebliche feindselige Machenschaften zu bestrafen. Außerdem hofft Trump, durch Zolleinnahmen einst versprochene Steuersenkungen für US-Bürger zu finanzieren. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte all dem zugestimmt und zusätzlich versprochen, dass Europa mehr Sojabohnen von US-Farmern und Fracking-Gas aus den Vereinigten Staaten kauft. US-Richter haben viele der präsidialen Zölle inzwischen zwar für rechtswidrig erklärt. Wie sich das in den nächsten Monaten auf den Welthandel auswirkt, ist aber noch unklar.
Exporteinbruch auch gen China
In Summe exportierte die sächsische Wirtschaft im vergangenen Jahr Waren im Wert von 50,6 Milliarden Euro. Der einprozentige Rückgang betraf vor allem den Autosektor. „Ausschlaggebend dafür waren vor allem die um knapp die Hälfte gesunkenen Lieferungen nach China auf 1 Milliarde Euro, sowie um fast 14 Prozent in die USA auf 2,5 Milliarden Euro“, berichtet die Statistikbehörde.
Autor: hw
Quelle: Stat. LA Sachsen

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