KI gegen Knochenkrebs: Cancilico Dresden bekommt Millionen-Spritze

Risikokapitalisten geben 2,5 Millionen Euro
Dresden, 21. Januar 2026. Weil sich Knochenkrebs in einer alternden Gesellschaft häuft, erfahrene Pathologen und Onkologen aber eher rar sind, setzt das junge Dresdner Unternehmen „Cancilico” für die Karzinom-Diagnose auf Künstliche Intelligenz (KI). Diese könne „Knochenmarkproben mit beispielloser Geschwindigkeit und Genauigkeit analysieren“, betonen die Gründer. Sie bekommen nun 2,5 Millionen Euro von einem Risikokapital-Konsortium, um ihre KI-Software mit weiteren Krebs-Anzeichen („Biomarker“) anzulernen und den breiteren Praxiseinsatz vorzubereiten. Das geht aus einer Mitteilung des High-Tech-Gründerfonds (HTGF) hervor, der sich gemeinsam mit dem „Technologiegründerfonds Sachsen“ (TGFS), der Gedad-Investitionsgesellschaft der Familie Ehninger und der „ROI Verwaltungsgesellschaft“ von Roland Oetker an der Kapitalspritze beteiligt.

Digitale Kollegen sollen „weltweiten Mangel an hämatologischen Fachkräften“ lindern
„Wir stehen vor einem weltweiten Mangel an hämatologischen Fachkräften, während die Komplexität und Zahl der diagnostischen Fälle steigt“, erklärt Cancilico-Chef Markus Badstübner. „Unser Ziel ist es, den Zugang zu Diagnostik auf Expertenniveau breit zugänglich zu machen.“ Und: „Die Knochenmarkanalyse ist eine der komplexesten und zeitintensivsten Disziplinen in der Hämatologie“, ergänzt Mitgründer Moritz Middeke. „Indem wir unsere KI mit einem breiten Spektrum an gesunden und pathologischen Datensätzen trainiert haben, haben wir ein Werkzeug entwickelt, das als hochqualifizierter ‚digitaler Kollege‘ agiert.“
Kapitalspritze soll helfen, Zulassungshürden zu nehmen
Mit dem nun eingeworbenen Risikokapital will das Cancilico-Team seine Software verbessern, weitere digitale Biomarker für Knochenkrebs identifizieren und die Zulassungshürden für neue Medizintechnik in Europa und den USA nehmen. Dabei kommt den Dresdnern womöglich auch ihr KI-Konzept zugute: Ihre Krebs-Diagnoseprogramme lassen sich laut Cancilico in gängige Mikroskope und Labor-Scanner integrieren, so dass wohl kein kompletter Zulassungsprozess vom Punkt 0 aus notwendig ist.
Konzept soll „Versorgung von Blutkrebspatienten weltweit verbessern“
Entstanden war Cancilico im Jahr 2023 im Umfeld des Universitätsklinikums Dresden, dort residiert das Unternehmen auch. Das achtköpfige Team will mit seiner KI-Technologie die Analyse von Blut und Knochenmark in Krankenhäusern und speziell in Hämatologielaboren automatisieren, um „so die Versorgung von Blutkrebspatienten weltweit zu verbessern“.
KI-Pathologie spielt wachsende Rolle
Ähnliche KI-gestützte Konzepte für die Diagnostik verfolgen auch andere Ausgründungen der Uniklinik beziehungsweise der Medizinischen Fakultät Dresden, wenn auch für andere Krebsarten. Ein Beispiel dafür ist „Katana Labs“, die Gewebeproben durch Künstliche Intelligenzen auf Anzeichen von Krebs hin analysieren lassen.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: HTGF, Cancilico, Oiger-Archiv

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