Lausitzer Institut sucht Pfade zur abgasarmen Industrie
Neubau in Zittau nun rohbaufertig
Zittau, 29. November 2025. Wie kann die deutsche Industrie umweltfreundlicher werden, ohne sie gleich dicht zu machen, wie es in Ostdeutschland kurz nach der Wende geschah und nun auch wieder geschieht? Antworten darauf suchen Forscher im „Institut für CO2-arme Industrieprozesse“, für das das „Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) derzeit in Zittau einen 32 Millionen Euro teuren Neubau mit Versuchshalle errichtet. Der ist nun rohbaufertig, am Montag ist Richtfest. Ende 2026 soll der Neubau bezugsfertig sein.
Hochtemperatur-Wärmepumpen und saubere Koks-Alternativen im Fokus
Das DLR hatte das Institut für CO2-arme Industrieprozesse formal bereits 2019 an zwei Standorten gegründet. In Zittau fokussieren sich die Forscher vor allem auf zwei Schwerpunkte: Sie wollen besonders ausbeute-starke Hochtemperatur-Wärmepumpen entwickeln und dabei Prozessabwärme aus der Industrie nutzen. Ein zweites Forschungsthema sind Wasserstoff und andere kohlenstofffreie oder -arme Reduktionsmittel, wie sie beispielsweise für eine abgasarme Stahlindustrie gebraucht werden. In Zittau soll die Belegschaft auf etwa 60 Mitarbeiter wachsen. Der dritte Instituts-Schwerpunkt „Simulation und Virtuelles Design“ ist am Standort in Cottbus angesiedelt.
DLR konzentriert sich auf besonders energiehungrige Branchen
Das DLR will mit den Institutsstandorten in Cottbus und Zittau seine Energieforschung-Kompetenzen im Lausitzer Revier stärken – vor allem mit Blick auf die Zeit nach der Kohle. „Ziel ist es, die Kohlendioxid- (CO2-) und Schadstoff-Emissionen von Industrieanlagen und Kraftwerken deutlich zu verringern“, hieß es vom Träger. „Die Arbeit konzentriert sich dabei auf die Dekarbonisierung in Industriebereichen, die einen hohen Bedarf an Energie haben. Gleichzeitig liegt ein Schwerpunkt auf der effizienten Nutzung und Speicherung von nachhaltig erzeugtem Strom.“ Zielbetriebe für diese Technologien sind beispielsweise Papier- und Lebensmittelhersteller, Aluminiumproduzenten, Kohlekraftwerke und andere mehr.
Autor: hw
Quellen: SMWA, HSGZ, DLR, Wikipedia

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