Sachsen schickt KI-Agenten auf die Jagd nach Krypto-Geldwäschern und Steuerbetrügern im Cyberspace. Visualisierung: KI Gemini, Prompt: Heiko Weckbrodt
Künstliche Intelligenzen durchsieben Transaktionen mit Bitcoin & Co. im Cyberspace
Dresden/Mittweida, 12. November 2025. Weil für menschliche Augen die Finanzströme auf Krypto-Börsen und in geblockten Digitalketten (Blockchains) viel zu komplex sind, um kriminelle Indizien rasch zu erkennen, schickt der sächsische Finanzminister Christian Piwarz (CDU) nun KI-Agenten auf die Jagd nach Steuerhinterziehern und Geldwäschern im Cyberspace. „Damit wird der Steuerfahndung ein effektives Instrument zur Bekämpfung der Finanzkriminalität an die Hand gegeben“, hofft der Minister.
Christian Piwarz. Foto: Heiko Weckbrodt
„Damit ist auch die klare Botschaft verbunden, dass sich Steuerhinterziehung durch den Handel mit Kryptowerten nicht lohnt. Die Steuerfahndung wird widerrechtliches Handeln ohnehin entdecken.“ Sachsens Finanzminister Christian Piwarz
Vom Nischenprodukt zum Milliardenmarkt
Hintergrund: Der Handel mit Kryptogeld wie Bitcoin oder Ethereum hat sich weltweit in den vergangenen Jahren von einem Nischenprojekt zum millionenschweren Markt entwickelt. Der Umsatz mit solchen digitalen Finanzmitteln hat laut „Statista“ in Deutschland vor allem seit 2020 noch einmal stark zugelegt und erreicht im Jahr 2025 voraussichtlich ein Volumen von zirka 2,2 Milliarden Euro. Für 2026 prognostizieren die Statistiker einen weiteren Anstieg der Kryptogeld-Umsätze um über 16 Prozent. Steuerfahnder vermuten allerdings, dass inmitten dieses Booms viele Anleger dabei erhebliche Gewinne am Fiskus vorbeischmuggeln.
Mittweida gilt als sächsische Forschungshochburg für Blockchains
Ein Team um Professor Andreas Ittner von der Hochschule Mittweida hat daher nun gemeinsam mit Steuerfahndern und Computerexperten der „Sondereinheit Risikoprüfung“ im Landesamt für Steuern und Finanzen auf „Künstlicher Intelligenz“ (KI) basierende Agenten geschaffen, die zahlreiche Transaktionen mit Kryptowerten nachverfolgen und analysieren können. Diese KI-Agenten sollen „die Steuerfahnder bei der Ermittlung der Transaktionen von Kryptowerten unterstützen, um Finanzkriminalität wie Steuerhinterziehung oder Geldwäsche aufzudecken“, erklärt Piwarz. Auf die Experten aus Mittweida hat er dabei zurückgegriffen, weil die dortige Hochschule als sächsische Hochburg für die Forschung an Blockchains und anderen digitalen Verschlüsselungs-Technologien gilt.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: SMF, Oiger-Archiv, Statista
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[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"] Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption]
Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger".
Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher
• Geboren 1970
• 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin
• 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten)
• 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten
• 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung)
• seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger