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Arnstadt stellt bald heiße Wasserspalter her

Modell einer vom IKTS Dresden konzipierten tragbaren Hochtemperatur-Brennstoffzelle. Abb.: IKTS
Modell einer vom IKTS Dresden konzipierten tragbaren Hochtemperatur-Brennstoffzelle. Der Hochtemperatur-Elektrolyseur ist ähnlich aufgebaut, ist aber für den umgekehrten Prozess gedacht, also für die Gewinnung von Wasserstoff. Abb.: Fraunhofer IKTS

Fraunhofer Dresden und „Thyssenkrupp Nucera“ starten Pilotanlage für Hochtemperatur-Elektrolyseure in Thüringen

Arnstadt/Dresden, 6. Mai 2025. Das sächsische Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS und „Thyssenkrupp Nucera“ wollen künftig heiße Wasserstoff-Spalter in Thüringen bauen. Dafür starten die Partner Ende Mai 2025 eine gemeinsame Pilotanlage für Hochtemperatur-Elektrolyseure in Arnstadt. Das hat das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS) in Dresden mitgeteilt.

Hoffnung auf mehr „grünen“ Wasserstoff

„Mit der Hochtemperaturelektrolyse-Technologie (Solid Oxide Electrolyzer Cell-Technologie, kurz SOEC) kann hocheffizient grüner Wasserstoff in den benötigten großen Mengen hergestellt werden“, versprechen die Fraunhofer-Ingenieure. Denn im Vergleich zu klassischen Alkali-Anlagen oder Elektrolyseuren mit Protonaustauschmembranen (PEM) arbeiten solche SOECs bei Temperaturen über 800 Grad, müssen dafür zwar vorgeheizt werden, wandeln dann aber Wasser mit Ausbeute-Quoten jenseits von 66 Prozent in Sauer- und Wasserstoff um. Tun sie dies mit Strom aus Solar- oder Windparks, entsteht so auf vergleichsweise umweltfreundlichem Wege der Energieträger und Chemie-Grundstoff Wasserstoff.

Über Jahrzehnte hinweg hat das Fraunhofer-Keramikinstitut in Sachsen und Thüringen Materialien, den Aufbau und die automatisierte Produktion von Hochtemperatur-Elektrolyseuren und -Brennstoffzellen erforscht. Nun wollen die Ingenieure die Wasserstoff-Anlagen gemeinsam mit Thyssen erst in die Kleinserie und dann in die Massenproduktion überführen. Foto: Fraunhofer-IKTS
Über Jahrzehnte hinweg hat das Fraunhofer-Keramikinstitut in Sachsen und Thüringen Materialien, den Aufbau und die automatisierte Produktion von Hochtemperatur-Elektrolyseuren und -Brennstoffzellen erforscht. Nun wollen die Ingenieure die Wasserstoff-Anlagen gemeinsam mit Thyssen erst in die Kleinserie und dann in die Massenproduktion überführen. Foto: Fraunhofer-IKTS

Auch Sunfire Dresden stellt schon SOECs her

An SOECs und Hochtemperatur-Brennstoffzellen – vor allem mit Keramik-Stapeln als Herzstücken – forscht das IKTS schon seit Jahren. Inzwischen haben auch Unternehmen wie Sunfire Dresden solche Anlagen im Produktions-Portefeuille. Hochtemperatur-Elektrolyseure gelten aber immer noch als neue Technologie: Sie stellen wegen ihrer hohen Betriebstemperaturen erhebliche Anforderungen an Material und Konstruktion, sind immer noch teurer als klassische Elektrolyseure und lohnen sich wegen der Vorheiz-Notwendigkeit vor allem in der Nähe von Stahlwerken und anderen Industriebetrieben, in denen ohnehin Abwärme anfällt. Nicht zuletzt braucht es in der Nähe auch Ökostrom-Lieferanten, damit auch der gewünschte „Öko“-Wasserstoff entsteht, der als teurer, aber umweltfreundlicher als Wasserstoff aus der Erdgas-Reformation gilt.

Autor: hw

Quellen: IKTS, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger