Brandenburger wollen künstliche Nasen und Augen aufschlauen

Im Projekt „Insekt“ wollen Fraunhofer, Leibniz und die TH Wildau Künstliche Intelligenz in Sensoren einbetten
Cottbus/Dresden, 16. April 2025. Um künstliche Nasen und Augen für Industrie, Umweltschutz und Medizin schneller und sicherer zu machen, pflanzen Brandenburger Forscher ihnen etwas Eigenintelligenz ein: Die Sensoren sollen selbst auswerten, was sie da gerade gesehen oder erschnüffelt haben, bevor sie Datenströme in die nächste Rechnerwolke („Cloud“) schicken. Dadurch werden sie weniger angreifbar, können verzögerungsfrei reagieren und zügeln den ansonsten immer weiter wachsenden Datenverkehr. Das hoffen zumindest die Ingenieure von der Technische Hochschule Wildau, aus dem Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) und von der Fraunhofer-Außenstelle „Integrated Silicon Systems“ (ISS) in Cottbus, die sich zum Projekt „Entwicklung von intelligenten Sensor-Kanten-Technologien“ (Insekt) zusammengetan haben. Das geht aus einer Mitteilung des ISS-Mutterinstituts für photonische Mikrosysteme (IPMS) aus Dresden hervor.
„Komplexe Berechnungen direkt am Entstehungsort der Daten“
„Künstliche Intelligenzen müssen hohe Mengen an Daten verarbeiten, und das möglichst schnell“m betonen die Konsortialpartner. „Das Projekt hat das Ziel, die komplexen Berechnungen direkt am Entstehungsort der Daten, also zum Beispiel unmittelbar am Sensor selbst, zu ermöglichen. Diese Entwicklungen können künftig insbesondere für Anwendungen in der Industrieelektronik, Medizintechnik und Umweltüberwachung von großer Bedeutung sein.“

Gas- und Bildsensoren für Industrie, Mülltrenner und Diabetis-Patienten
Die IPMS-Tochter in Cottbus hat sich schon ein paar konkrete Sensoren vorgeknöpft, die sie weiter verkleinern und mit Künstlicher Intelligenz (KI) am Netzwerkrand („Edge KI“) versehen will. Dazu gehören ein Ionenmobilitäts-Spektrometer, das feine Spuren gefährlicher Gase „erschnüffeln“ kann, künstliche Infrarot-Augen für die Mülltrennung in Abfall-Sortieranlagen sowie mikromechanische Ultraschallwandler (CMUT). „Später können damit sehr genaue Analysen von Handbewegungen mittels eines von Fledermäusen nachempfundenen Ultraschallsignals möglich gemacht werden, aber auch die Messung von Blutzucker mittels Ultraschall“, erklärt ISS-Forscher Dr. Sebastian Meyer aus Cottbus. Die TH Wildau und das Leibniz-IHP verwenden die damit gewonnenen Sensordaten, um Edge-KI-Systeme für eine schnelle und exakte Datenverarbeitung zu trainieren.
Autor: Oiger
Quelle: Fraunhofer IPMS

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