Wirtschaftsminister: Lithium-Abbau im Erzgebirge ist wichtiges Schlüsselprojekt

Investor verweist auf positive Machbarkeitsstudie
Zinnwald/Altenberg, 1. April 2025. Um das Lithium im östlichen Erzgebirge abzubauen, will das Unternehmen „Zinnwald Lithium“ rund 100 bis 400 Meter unter dem Ort Zinnwald graben und das Erz mit dem Leichtmetall durch einen neuen, zirka neun Kilometer langen Tunnel transportieren, um es dann neben der Autobahn A 17 bei Liebenau aufzubereiten. Mit einem alkalischen Verfahren können dann bis zu 18.000 Tonnen batterietaugliches Lithiumhydroxid pro Jahr gewonnen werden. Für all dies sind in Summe eine Milliarde Euro Investitionen nötig. All dies ist technisch machbar, wirtschaftlich rentabel und umweltverträglich realisierbar. Das habe eine Machbarkeitsstudie des Unternehmens ergeben, betonen „Zinnwald Lithium“ wie auch das sächsische Wirtschaftsministerium in Dresden.
Minister Panter: Versorgung mit kritischen Rohstoffen ist entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit von Sachsen
„In Anbetracht der immer größeren internationalen Verwerfungen spielen die angestrebten Verringerungen von Rohstoffabhängigkeiten von Sachsen, Deutschland und der Europäischen Union eine sehr große Rolle“, betont Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD). „Das Projekt von Zinnwald Lithium ist daher von herausragender Bedeutung für den Freistaat Sachsen, die Bundesrepublik Deutschland und Europa als Ganzes. Die Sicherstellung einer unabhängigen und nachhaltigen Versorgung mit kritischen Rohstoffen, etwa Lithium, ist ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Sachsen sowie ein zentraler Baustein für die Transformation der Mobilitäts- und Energiesektoren.“ Daher unterstütze der Freistaat die Abbaupläne ausdrücklich.
Anwohner sehen Vorhaben kritisch
Hintergrund dieses Bekenntnisses sind die Proteste von Anwohnern, die durch die Wiederbelebung des Bergbaus im Erzgebirge Schäden für die Umwelt und den Tourismus in der Region fürchten, außerdem mögliche Bodeneinbrüche und eine Wertminderung ihrer Immobilien. „Die Versiegelung von 115 Hektar durch die obertägigen Industrieanlagen der chemischen Aufbereitung und der Deponie inmitten eines hochsensiblen Natur- und Kulturraums von gesamteuropäischer Naturschutzbedeutung hätte fatale Folgen“, warnte erst vor wenigen Tagen Anja Weber von der „Bürgerinitiative Bärenstein“.
Das Bergbau-Unternehmen sieht das – wenig überraschend – anders: „Der Abbau erfolgt unter Tage und ist nachhaltig, störungs- und risikoarm“, verspricht Geschäftsführer Marko Uhlig von der „Zinnwald Lithium GmbH“. Eine direkte Verbindung vom Abbaugebiet zur Aufbereitungsanlage ohne Lkw-Verkehr sei gewährleistet. „Zudem trägt die Tunnelbauweise dazu bei, den Flächenverbrauch erheblich zu reduzieren.“ Die Verkehrsbelastung in den Ortschaften sei „überschaubar“. Zudem würden durch das Projekt bis zu 1200 direkte und indirekte Arbeitsplätze entstehen.
Autor: hw
Quellen: SMWA, Zinnwald Lithium, BI Bärenstein

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