Deutsche Digitalwirtschaft fürchtet Trump

Fast alle rechnen mit negativen Auswirkungen für Deutschland – doch in Afrika und Asien sieht man das anders
Berlin/München, 20. Januar 2025. Die deutsche Wirtschaft blickt mit Sorge auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump, der heute seine zweite Amtszeit antritt. Das berichtet der deutsche Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“ aus Berlin und beruft sich dabei auf eine Umfrage unter 603 Unternehmen.
95 % der Digitaltech-Betriebe erwarten „massive Belastungen“
Demnach rechnen 95 Prozent der deutschen Unternehmen, die digitale Technologien oder Dienste importieren oder exportieren mit teils massiven Belastungen für ihr Geschäft. Nur jeder Hundertste nimmt an, dass es keine Auswirkungen auf das eigene Geschäft gibt, mit positiven Effekten rechnet niemand.
Wintergerst warnt vor Panik: „Auch in Washington wird die Suppe nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird“
Hintergrund ist vor allem die protektionistische und freihandels-feindliche Politik, für die Trump bekannt ist, außerdem seine Abwehrzoll-Ankündigungen gegen China, Europa und den Rest der Welt. Dennoch warnt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst vor Panik: „Auch in Washington wird die Suppe nicht so heiß gegessen, wie sie gekocht wird“, verweist er auf die Trumpsche Neigung zu plötzlichen Meinungsänderungen und „Deals“. „Dennoch blicken die Unternehmen mit berechtigter Sorge auf die zweite Präsidentschaft Donald Trumps“, betont Wintergerst. „Klar ist: Die deutsche Wirtschaft steht vor zusätzlichen Herausforderungen. Deutschland und seine Unternehmen müssen sich stärker, resilienter und chancenorientierter aufstellen.“
Ifo-Umfrage: Ökonomen in Westeuropa und Nordamerika haben größte Angst vor Trump
Allerdings teilt nicht jede Weltregion die Sorgen der Europäer: Während die Ökonomen in den USA und in Westeuropa extrem pessimistisch sind, erwarten Wirtschaftsforscher in anderen Regionen wenig bis keine negativen Auswirkungen oder sind sogar hoffnungsvoll gestimmt. Das hat wiederum eine weltweite Umfrage des Ifo-Instituts München und des „Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik“ ergeben. „Die Sorge, dass Donald Trump der Wirtschaft schadet, ist vor allem in westlichen Industrieländern verbreitet“, berichtet Ifo-Forscher Niklas Potrafke. „In Afrika, Lateinamerika und Asien rechnen die Experten dagegen kaum mit negativen Effekten auf das Wirtschaftswachstum ihrer Länder.“ Dies gilt natürlich nicht für China, das Trump besonders bekämpfen will – aber Teile von Zentral- und Südasiens haben sogar positive Zukunftserwartungen.
Autor: hw
Quellen: Bitkom, Ifo

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