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Globalfoundries bekommt weitere Zuschüsse für Fabrik-Ausbau nahe New York

Blick in die Chipfabrik von Globalfoundries in Malta bei New York. Foto: Globalfoundries
Blick in die Chipfabrik von Globalfoundries in Malta bei New York. Foto: Globalfoundries

Chip-Auftragsfertiger will nun auch Linien für die Chip-Endmontage aufbauen

Washington/New York, 18. Januar 2025. Globalfoundries bekommt weiter 75 Millionen Dollar von der US-Regierung, um seine amerikanischen Chipfabriken in Malta bei New York auszubauen. Das hat das Handelsministerium in Washington angekündigt.

Photonische Schaltkreise im Blick

Die neue Subvention zielt darauf, eine durchgängige Produktionskette von der Bearbeitung der Siliziumscheiben (Wafer) bis zum fertig verpackten und kontaktierten Chip in den USA zu komplettieren. Im konkreten Fall geht es um eine Fertigungslinie für photonische Chips, die auch Lichtsignale verarbeiten statt nur Daten nur elektrisch zu transportieren.

Regierung verweist auf nationale Sicherheit

Bisher werden die nachgeordneten „Backend“-Schritte wie Zerteilung der Wafer, Chipverpackung, Test und Kontaktierung meist in Asien realisiert. Die Regierung hält das für zu unsicher: „Durch die Partnerschaft des Unternehmens mit dem US-Verteidigungsministerium wird die Investition eine inländische Fähigkeit für einen durchgängigen, vertrauenswürdigen Prozessablauf schaffen, um den nationalen Sicherheitsanforderungen der USA gerecht zu werden“, heißt es vom Handelsministerium.

Verpackungs- und Photonikzentrum soll insgesamt 575 Millionen Dollar kosten

„Das erste Zentrum seiner Art wird in New York fortschrittliche Verpackungs- und Testmöglichkeiten für in den USA hergestellte wichtige Chips bieten, die in der KI, der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Verteidigung und anderen Anwendungen eingesetzt werden“, erklärte Globalfoundries das Projekt. „Das New York Advanced Packaging and Photonics Center wird in unserer Branche einzigartig sein“, schätzt Konzernchef Thomas Caulfield ein. Insgesamt wolle das Unternehmen 575 Millionen US-Dollar in das neue Zentrum investieren. Der Staat New York werde das neue Zentrum mit bis zu 20 Millionen Dollar unterstützen, zusätzlich zu den bereits angekündigten 550 Millionen Dollar aus dem „New York State Green CHIPS“-Programm. Das US-Wirtschaftsministerium werde das Zentrum mit bis zu 75 Millionen Dollar direkt unterstützen und damit die bereits angekündigte Förderung im Rahmen des „CHIPS and Science Act“ ergänzen.

Globalfoundries hatte für seinen Produktionsstandort in Malta bei New York zuvor bereits 1,45 Milliarden Dollar Chipgesetz-Subventionen zugesagt bekommen. Dabei ging es aber vor allem um den Ausbau der Frontend-Fabrikkapazitäten.

SIA-Verband begrüßt neuen Geldregen

Weitere Subventionen hat das Ministerium auch für eine neue Infinera-Fabrik sowie Verpackungs- und Testanlage in Pennsylvania, für eine erweiterte Produktionsanlage für hochreines Quarzglas von Corning in New York sowie eine Trockenvakuumpumpen-Fertigung von Edwards Vacuum in New York bewilligt. Diese Projekte könnten „wichtige Lücken in einem weiten Teil der US-amerikanischen Halbleiterlieferkette schließen und unsere inländischen Produktionskapazitäten und Widerstandsfähigkeit steigern“, begrüßte der US-Halbleiterverband „Semiconductor Industry Association“ (SIA) die staatlichen Zuschüsse. „Diese Projekte werden den USA dabei helfen, unseren Anteil an der weltweiten Halbleiterfertigung auszubauen, die amerikanische Technologieführerschaft zu stärken und unsere wirtschaftliche und nationale Sicherheit zu schützen.“

Bisher 33 Milliarden Dollar Chipgesetz-Subventionen vergeben

Laut Handelsministerium hat die US-Regierung bisher bereits über 33 Milliarden von rund 36 Milliarden US-Dollar an eingeplanten Fördermitteln aus dem US-Chipgesetz vergeben. „Es wird erwartet, dass diese Ankündigungen in 22 Bundesstaaten über 125.000 Arbeitsplätze schaffen werden“, betont die Behörde. „Seit Beginn der Biden-Harris-Administration haben Halbleiter- und Elektronikunternehmen fast 450 Milliarden US-Dollar an privaten Investitionen angekündigt, die zum großen Teil durch öffentliche Investitionen katalysiert wurden.“

Autor: hw

Quellen: US-Handelsministerium, SIA, NIST, Globalfoundries

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger