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Dresdner „Capella“ ist drittschnellster Supercomputer in Deutschland

Der Supercomputer Capella der TU Dresden. Foto: Daniel Hackenberg für die TU Dresden
Der Supercomputer Capella der TU Dresden. Foto: Daniel Hackenberg für die TU Dresden

Petaflop-Rechner soll Sachsens KI-Pfad ebnen

Dresden, 22. November 2024. Der neue „Capella“-Rechner in Dresden hat sich auf Anhieb als drittschnellster Supercomputer in Deutschland behauptet. Das hat die Technische Universität Dresden mitgeteilt. In der Top 500 der weltweit schnellsten Systeme reicht es demnach immerhin noch für Platz 51. In puncto Energie-Effizient komme der Capella international sogar auf Rang 5, heißt es von der Uni.

Große Sprachmodelle, Krebsdiagnosen und Katastrophen im Fokus

Der von der sächsischen Firma „Megware“ installierte „Capella“ rechnet mit H100-Prozessoren von Nvidia sowie AMD-Chips. Er kommt in der Spitze auf 38 Petaflops, kann also bis zu 38 Billiarden Fließkomma-Rechnungen pro Sekunde erledigen. Das System ist unter anderem darauf geeicht, Künstliche Intelligenzen (KI) zu trainieren und große Datenmengen zu analysieren. Der Dresdner Rechner soll unter anderem europäische KI-Sprachmodelle wie OpenGPT-X schulen, bei Krebsdiagnosen und der Suche nach neuen Medikamenten helfen, aber auch „neue Erkenntnisse über Naturkatastrophen und den Klimawandel aus Erdbeobachtungsdaten gewinnen“, wie das TUD-Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) mitteilte.

Bei Supercomputern sind vor allem die USA und China führend. Deutsche Systeme schaffen es zwar immer mal wieder in die Top-Listen, aber schon seit Jahren nicht mehr ins Spitzenfeld. Zudem dauert es meist nur Monate, bis schon der nächste Superrechner kommt und die älteren Modelle in der Bestenliste nach unten verdrängt.

Superrechner-Expertise in Sachsen wächst

Speziell der Freistaat hat in den vergangenen Jahren auch eine vielbeachtete Expertise für Supercomputer aufgebaut. Zu den Spezialitäten der Sachsen gehören unter anderem energieeffiziente Wasserkühlungen für Superrechner, die Nutzung von deren Abwärme für Heizzwecke, die Analyse großer Datenmengen, hochoptimierte Algorithmen für Vielteilchen-Simulationen und anderes mehr. Zu den wichtigsten Supercomputer-Akteuren gehören hier das ZIH der TUD, das KI-Kompetenzzentrum „ScaDS.AI“ in Dresden und Leipzig, das Helmholtz-Zentrum Casus in Görlitz, das Helmholz-Zentrum Dresden-Rossendorf, das Zentrum für Systembiologie und mehrere Planck-Institute.

Autor: hw

Quellen: TUD, Wikipedia, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger