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Senckenberg: Klimawandel bedroht 90 % der Warmwasser-Arten in Korallenriffen

Korallenriffe zählen neben den tropischen Regenwäldern zu den artenreichsten und produktivsten Ökosystemen unserer Erde. Foto: Milos Prelevic, Unsplash, via Senckenberg
Korallenriffe zählen neben den tropischen Regenwäldern zu den artenreichsten und produktivsten Ökosystemen unserer Erde. Foto: Milos Prelevic, Unsplash, via Senckenberg

Vermögenswerte von rund einer Billion Dollar gefährdet

Frankfurt am Main, 31. März 2023. Der Klimawandel und speziell die Erwärmung der Ozeane werden zu einem Massensterben in den existierenden Korallenriffen führen, globale Vermögenswerte von rund einer Billion Dollar gefährden und zu einer großen Wanderung von Korallen, Mollusken, Fischen, Krebstieren, Polychaeten und anderen Lebenwesen führen. Dies stelle dann die Lebensgrundlage für etwa 500 Millionen Menschen weltweit in Frage, haben Senckenberg-Naturforscherinnen aus Frankfurt am Main eingeschätzt.

Forscherinnen rechnen auch mit Verlagerungseffekten

„Laut unseren Ergebnissen werden wir im Zuge der globalen Erwärmung 90 Prozent der 30 untersuchten Warmwasserarten im Südchinesischen Meer, dem Indo-West Pazifik, dem Karibischen Meer, dem Golf von Mexiko oder vor der Nordküste Australiens, verlieren“, berichtet Dr. Chhaya Chaudhary vom Alfred-Wegener-Institut. „Die Verbreitungsgebiete werden sich unter den angenommenen zukünftigen Klimabedingungen deutlich nach Süden verlagern.“

„Angesichts der Bedeutung von Korallenriffen auch für unser eigenes Wohlergehen ist es enorm wichtig, diese Ökosysteme gesund zu erhalten“, forderte Prof. Angelika Brandt vom Senckenberg-Forschungsinstitut Frankfurt am Main. „29 Korallenriffe mit Welterbestatus sind jetzt schon durch die Erderwärmung akut bedroht.“

Wenn Korallenriffe degenerieren oder ganze Arten darin sterben, verschieben sich die Nahrungsketten und Räuber-Beute-Schemata im Riff – mit einschneidenden Folgen für die örtlichen Fischer. Ausgestorbene Korallenriffe können aber auch den Tourismus und Küstenschutz in der jeweiligen Gegend grundsätzlich in Frage stellen.

Quelle: Senckenberg

Wissenschaftliche Publikation:

Chhaya Chaudhary, Joan M. Alfaro-Lucas, Marianna V.P. Simões, Angelika Brandt, Hanieh Saeedi (2023): „Potential geographic shifts in the coral reef ecosystem under climate change, Progress in Oceanography“, Volume 213, 2023, im Netz: https://doi.org/10.1016/j.pocean.2023.103001.

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger