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Gästebewertungen entscheiden mit über Hotel-Wahl

Die Balzhütte wird heute als Hotel genutzt. Foto: Peter Weckbrodt
Themenfoto: Peter Weckbrodt

69 % der Deutschen lesen sich Nutzer-Rezensionen durch, bevor sie buchen

Berlin, 22. Juni 2020. Der klassische Restaurant- und Hotelführer war gestern das Maß aller Dinge: Heute orientieren sich 69 Prozent der Urlauber an den Bewertungen anderer Gäste, bevor sie ein Hotel oder eine andere Ferienunterkunft aussuchen. Das hat eine „Bitkom Research“-Telefonumfrage unter 1003 Menschen in Deutschland ergeben.

Zu viel Lobhudelei macht misstrauisch

„Mehr als jeder Zweite lässt sich davon direkt beeinflussen“, berichtet der deutsche Digitalwirtschafts-Verband „Bitkom“ aus Berlin, der die Umfrage in Auftrag gegeben hatte. „Besonders viele negative Online-Bewertungen halten 56 Prozent von der Buchung einer Unterkunft ab.“ Allerdings sind etwa ebenso viele Befragte skeptisch, wenn unter einem Hotel-Eintrag allzu euphorische Lobpreisungen stehen und vermuten dann getürkte Bewertungen.

Traumhotel oder Absteige?

„Viele Reisende prüfen sehr aufmerksam im Vorfeld, ob sich das vermeintliche Traumhotel nicht als Absteige entpuppen könnte“, schätzte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder ein. „Transparente und unabhängige Bewertungen sind dabei eine große Hilfe und mittlerweile auch maßgebliche Entscheidungsgrundlage bei der Buchung“. Aber: „Sind für ein Angebot zum Beispiel mehrere sehr lange, gleichlautende Bewertungen vorhanden, kann dies ein Indiz für eine Fälschung sein. Empfehlenswert ist immer, zusätzlich auf anderen Seiten zu recherchieren.“

Auch Fotos können lügen: Fast jeder vierte Befragte gab an, dass die auf Online-Portalen eingespeisten Fotos und Beschreibungen der Hotels wenig mit der Realität zu tun hatten.

Bitkom rät: Auch aktuellste Wertungen anschauen

Der Bitkom empfiehlt zudem, sich besonders auch die aktuellsten Bewertungen anzusehen. Darüber lasse sich herausfinden, ob neben dem Wunschhotel derzeit eine Großbaustelle ist – was dann den aktuell sehr günstigen Preis erklärt. Rohleder: „Das Hotel ist auch dann noch ein Schnäppchen, aber eben ein lautes Schnäppchen.“

Autor: Oiger

Quelle: Bitkom

Zum Weiterlesen:

Wider die Fake-Rezensionen

Gericht: Gekaufte Rezensionen verstoßen gegen Wettbewerbsrecht

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger