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Ach wenn’s mir nur gruselte

Rotkäppchen-Puppe von Koenig & Wernicke, Waltershausen, 1940er Jahre. Foto: Stadtmuseum Dresden, Franz Zadnicek
Rotkäppchen-Puppe von Koenig & Wernicke, Waltershausen, 1940er Jahre. Foto: Stadtmuseum Dresden, Franz Zadnicek

Sonderschau im Stadtmuseum Dresden widmet sich dem multimedialen Phänomen „Märchen“

Dresden, 1. Dezember 2018. Märchen sind sich stetig wandelnde Fabriken der Phantasien und Imagination: Sie verdichten uralte Motive des menschlichen Zusammenlebens. Mit jedem, der sie mündlich weitererzählt, ändern sie sich um eine Nuance. Sie lassen uns fabelhafte Welten herbeiträumen, sie können lustig, verblüffend, machmal gar atavistisch-rücksichtslos sein. Gerade letzteren Spielart des Märchens haben die Brüder Grimm weitgehend begradigt und getilgt, als sie ihre Märchensammlungen zusammenstellten.

Und doch oder gerade deshalb haben sie ein wichtiges Kulturerbe bewahrt, fixiert und den Weg für eine multimedial-weltweite Verbreitung gesorgt: Die Geschichten um Aschenputtel, Dornröschen, die Goldmarie und viele andere sind über Deutschland hinaus – in der einen oder anderen Version – bekannt, sie sind verfilmt worden, gaben den Stoff für Puppenspiele, Theaterstücke und Parodien, ja gar für Computerspiele. Das Stadtmuseum Dresden widmet diesen Märchen nun seine Weihnachtsausstellung 2018/19.

Tischlein, deck dich, Egon Umbreit, Eibenstock 1946 - 1948 Foto: Stadtmuseum Dresden, Franz Zadnicek
Tischlein, deck dich, Egon Umbreit, Eibenstock 1946 – 1948
Foto: Stadtmuseum Dresden, Franz Zadnicek

Puppen, Kalender, Defa-Filme

Mit rund 160 Exponaten aus eigenem Bestand und von 14 Leihgebern nähert sich die Schau dem Phänomen „Märchen“: Zu sehen sind Puppen von Märchenfiguren, Kalender, Arrangements, geschnitzte Märchenszenen, Würfelspiele, Marionetten und vieles mehr. „Mitmachstationen, ein Rätselheft für Kinder, Märchenlese- und Spielecken sowie Märchenfilme aus der Produktion des DEFA-Trickfilmstudios Dresden im Kinderkino erlauben eine vielfältige Auseinandersetzung mit dem Märchenthema in der Ausstellung“, wirbt die Museumsdirektion. „Ergänzend dazu lädt ein buntes Rahmenprogramm zur Vertiefung der Märchenthematik ein.“

Kinderteller „Die Sterntaler“ von Villeroy & Boch, Dresden,  um 1890. Foto: Stadtmuseum Dresden
Kinderteller „Die Sterntaler“ von Villeroy & Boch, Dresden,
um 1890. Foto: Stadtmuseum Dresden

Kurzinfo

  • Was?

  • Sonderausstellung „Vom Märchen, das auszog, erzählt zu werden“
  • Wann?

  • 1. Dezember 2018 bis 3. März 2019
  • Wo?

  • Stadtmuseum Dresden, Landhausstraße
  • Öffnungszeiten:

  • Di − So 10 − 18 Uhr, Fr 10 − 19 Uhr, Mo geschlossen
  • 24./25.12. und 31.12. geschlossen
  • 1.1. von 14 – 18 Uhr geöffnet
  • Eintritt:

  • 5 Euro, ermäßigt 4 Euro
  • Gruppen ab 10 Personen 4,50 Euro
  • Familienkarte 12 Euro
  • Mehr Infos im Netz:

  • stmd.de
  • Begleitprogramm:

  • Hier im Netz

Autor: hw

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger